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Anneliese Kitzmüller: Mädelschafterin im Natonalratspräsidium

Anneliese Kitzmüller zwischen Johann Gudenus (li.) und Walter Rosenkranz. APA/HERBERT NEUBAUER
Anneliese Kitzmüller zwischen Johann Gudenus (li.) und Walter Rosenkranz.

Nach fünf unaufgeregten Jahren mit Norbert Hofer entsendet die FPÖ wieder eine umstrittene Repräsentantin ins Nationalratspräsidium. Anneliese Kitzmüller gehört wie ihr Vorvorgänger Martin Graf zum rechten Rand der Freiheitlichen. Erfahrungen als Parlamentarierin hat sie, in der ersten Reihe stand sie bisher aber nie.

Mit Kitzmüller haben letztlich auch die mächtigen oberösterreichischen Freiheitlichen noch eine Top-Position abgeräumt. Burschenschafterin ist die gebürtige Linzerin logischerweise nicht, dafür führendes Mitglied der Mädelschaft Iduna zu Linz. Auch in der Mädelschaft Sigrid zu Wien ist sie tätig. Kitzmüller steht zudem dem Vertriebenenvorstand der Bukowinadeutschen vor.

Kitzmüller brach Jus-Studium ab

Studiert hat die 58-Jährige Jus, es allerdings nicht bis zu einem Abschluss geschafft. Zunächst arbeitete Kitzmüller als Bankangestellte, später war sie Geschäftsführerin eines chemisch-landwirtschaftlichen Vertriebs. Heute gibt sie auf der Parlamentshomepage als Beruf Hausfrau an. Kitzmüller ist verheiratet und hat zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn.

Im Nationalrat sitzt sie seit 2008, damals schon stellvertretende FPÖ-Vorsitzende in Oberösterreich. Davor war sie über viele Jahre Gemeinderätin in Kirchschlag. Besonders aufgefallen ist Kitzmüller im Parlament nicht. Ihr Hauptthema waren die Familien, wo sie einen sehr traditionellen Ansatz hat. Besonders die Aufhebung des Adoptionsverbots für homosexuelle Paare war ihr ein Dorn im Auge. Ebenfalls kein Verständnis hat sie für die künstliche Befruchtung lesbischer Frauen. Wenig Begeisterung löste bei ihr der "Papa"-Monat aus.

Kitzmüller gehört zum rechten Kern der FPÖ

Auffallend ist ihre Nähe zum ganz rechten Teil der FPÖ. So schreibt Kitzmüller für die rechtsextreme "Aula" und zelebriert mit ihrer Mädelschaft zu Weihnachten das Julfest. Innerparteilich schadet so etwas nicht. Als einzige Frau gehörte sie dem freiheitlichen Kernteam bei den Koalitionsverhandlungen an und sie wäre sogar die FPÖ-Kandidatin für das Bildungsministerium gewesen, wäre dieses den Freiheitlichen zugefallen.

Zur Person: Anneliese Kitzmüller, geboren am 3. Juli 1959 in Linz. Verheiratet, eine Tochter und ein Sohn. Ab 1991 Mitglied des Gemeinderats von Kirchschlag. Seit 2006 stellvertretende FPÖ-Obfrau in Oberösterreich. Ab 2008 Nationalratsabgeordnete.

(APA)

(Quelle: S24)

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