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Anschlag in der Türkei forderte mindestens 51 Tote

Der Anschlag ereignete sich in Gaziantep im Südosten des Landes Salzburg24
Der Anschlag ereignete sich in Gaziantep im Südosten des Landes

Ein Bombenanschlag mit Dutzenden Opfern hat aus einer fröhlichen Hochzeitsfeier in der Türkei ein Blutbad gemacht. Bei der mutmaßlich von einem Selbstmordattentäter herbeigeführten Explosion in der südöstlichen Millionenstadt Gaziantep wurden am Samstagabend nach Behördenangaben mindestens 51 Menschen getötet und fast 100 verletzt. Noch ist unklar, wer hinter der Tat steckt.

Anfangs war von 30 Todesopfern berichtet worden. Im Laufe des Vormittags musste die Zahl aber nach oben korrigiert werden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vermutet die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" hinter dem tödlichen Anschlag. Die IS-Miliz sei der "mutmaßliche" Drahtzieher des Attentats in Gaziantep, erklärte Erdogan am Sonntag. "Unser Land und unsere Nation haben erneut nur eine Botschaft an diejenigen, die uns angreifen: Ihr werdet keinen Erfolg haben!", fügte Erdogan hinzu. Das Ziel solcher Anschläge sei es, verschiedene Bevölkerungsgruppen "entlang ethnischer und religiöser Linien gegeneinander aufzuwiegeln". Die Türkei werde einer solchen Provokation aber nicht nachgeben und stattdessen "Einheit, Solidarität und Brüderlichkeit" demonstrieren.

Auch PKK des Anschlags in der Türkei verdächtigt

Zuvor war von Politikern der Regierungspartei AKP auch die verbotene Kurdenpartei PKK der Tat verdächtigt worden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu explodierte der Sprengsatz inmitten einer Hochzeitsgesellschaft, die auf offener Straße im Beybahce-Viertel von Gaziantep feierte. Nach Angaben der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP handelte es sich um eine kurdische Hochzeit, unter den Todesopfern seien mehrere Kinder. In dem Stadtviertel leben vor allem Kurden.

30 Tote und beinahe 100 Verletzte bei Explosion

Anadolu berichtete unter Berufung auf den Gouverneur von Gaziantep, es habe insgesamt 30 Tote und 94 Verletzte gegeben. Zahlreiche Krankenwagen rasten zum Anschlagsort. In sozialen Medien kursierten Videos, die chaotische Szenen zeigten. Menschen schalteten die Taschenlampenfunktion ihres Smartphones ein und irrten auf der Suche nach verletzten Freunden und Angehörigen umher. Am Boden lagen viele blutende Menschen.

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Mehmet Simsek sprach von einem mutmaßlichen Selbstmordattentat. Auch der Sender NTV berichtete, die Attacke gehe wohl auf das Konto eines Selbstmordattentäters.

Rundfunkbehörde verhängte Nachrichtensperre kurz nach Anschlag

Kurz nach dem Anschlag verhängte die Rundfunkbehörde ein teilweises Nachrichtenverbot, wie dies bei anderen Attentaten in der Vergangenheit auch schon der Fall gewesen war. Anadolu verbreitete indes eine Stellungnahme Erdogans, wonach die Täter das türkische Volk zu "provozieren versuchen", indem sie "ethnische und religiöse Empfindlichkeiten" für ihre Zwecke nutzten. Er mache dabei keinen Unterschied zwischen der kurdischen Untergrundorganisation PKK, der Bewegung des Islam-Predigers Fetullah Gülen und dem IS.

Auch die pro-kurdische HDP, die drittgrößte Partei im türkischen Parlament, reagierte entsetzt. "Wir verurteilen und verdammen diejenigen, die diese Attacke verübt haben, und die Kräfte und Ideologien hinter ihrem Handeln", hieß es in einer Stellungnahme.

Die rund 1,5 Millionen Einwohner zählende Stadt Gaziantep liegt unweit der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien. Neben der PKK operiert im Südosten der Türkei auch die IS-Miliz, die dort schon mehrfach Anschläge verübt hat.

Außenministerium rät von Reisen in Grenzregionen ab

Erdogan hatte IS-Extremisten auch für den Anschlag auf den Istanbuler Flughafen im Juni verantwortlich gemacht, bei dem 45 Menschen ums Leben kamen. Die türkische Polizei hatte Anfang August 20 mutmaßliche Mitglieder der Extremistenmiliz festgenommen. Die Behörden gingen damals davon aus, dass der IS Anschläge in der Türkei plane.

Andererseits wird die Türkei verdächtigt, in den vergangenen Jahren logistisches Hinterland für den IS und andere jihadistische Terrorgruppen gewesen zu sein. Für Aufregung sorgte in diesem Zusammenhang in den vergangenen Tagen ein interner Bericht der deutschen Bundesregierung, der die Türkei als "zentrale Aktionsplattform" für Islamisten im Nahen Osten einstufte. Das Papier war an sich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, jedoch deutschen Medien zugespielt worden.

Das Außenministerium in Wien rät von Reisen in das türkische Grenzgebiet zu Syrien und zum Irak ab und nennt auf seiner Homepage dabei auch Gaziantep. Im Osten und Südosten kam es in den vergangenen Jahren und Monaten immer wieder zu bewaffneten Zusammenstößen mit zahlreichen Todesopfern und Verletzten.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 08.03.2021 um 03:33 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/anschlag-in-der-tuerkei-forderte-mindestens-51-tote-53597290

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