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Antarktis

Chilenisches Militärflugzeug verschollen

Nach den Vermissten wird weiterhin gesucht
Der Kontakt mit der C-130 war am Montag auf halbem Weg abgerissen.

Ein chilenisches Militärflugzeug ist auf dem Flug in die Antarktis verschollen und konnte trotz intensiver Suche bisher nicht lokalisiert werden. Dreizehn Flugzeuge, vier Schiffe und drei Satelliten suchten am Dienstag erfolglos nach der C-130 Hercules in Gewässern der Drakestraße, wie die chilenische Luftwaffe mitteilte. An Bord befanden sich 17 Besatzungsmitglieder und 21 Passagiere.

Der Kontakt mit der C-130 war am Montag auf halbem Weg von Punta Arenas auf Feuerland zum Antarktisstützpunkt Presidente Frei abgerissen. Knapp zwei Stunden nach Start meldete sich die Maschine nicht mehr per Funk. Es sei kein Notruf empfangen worden, erklärte ein Luftwaffen-Sprecher. Auch sei kein Signal der sogenannten Notfunkbake ELT der Maschine zur Kennzeichnung der Notposition wahrgenommen worden. Die C-130 hatte zu dem Zeitpunkt noch Treibstoff für mehrere Flugstunden.

Gute Wetterbedingungen auf Drakestraße

Die Sichtbarkeit und Wetterbedingungen waren gut. Auf der berüchtigten Drakestraße, die den amerikanischen Kontinent von der Antarktis trennt, erreichte der Wellengang jedoch eine Höhe von bis zu sechs Metern. Bei einer Notlandung dürfte das der Besatzung Probleme bereiten. Der Militärtransporter war mit vier Rettungsflößen ausgestattet, die je 20 Menschen aufnehmen könnten.

Große Suchaktion vor Antarktis

Die Suchaktion konzentriert sich auf eine Fläche von rund 25.000 Quadratkilometern auf der Drakestraße. Die Maschine befand sich nach rund 700 Kilometern Flug noch 500 Kilometer von ihrem Ziel entfernt, als der Funkkontakt abbrach. Die C-130 hatte eine Reichweite von rund 3.500 Kilometern, weshalb das Flugzeug erst mehrere Stunden später als verunglückt erklärt wurde.

Chiles Staatschef Sebastian Pinera sagte am Dienstag eine Reise nach Argentinien zur Amtsübernahme des Präsidenten Alberto Fernandez ab, um die Suchaktion zu überwachen.

Maschine auf Weg zu Stützpunkt

Die von Lockheed Martin gebaute C-130 aus dem Jahr 1978 war 2012 von dem US-Marinekorps an die chilenische Luftwaffe verkauft worden. Die Maschine transportierte Personal, das Wartungsarbeiten an der schwimmenden Pipeline des chilenischen Antarktisstützpunktes verrichten sollte. An Bord befanden sich neben Luftwaffenpersonal drei Heeresoffiziere, unter ihnen ein General, und drei Zivilpersonen.

Der chilenische Stützpunkt Presidente Frei auf der King-George-Insel des antarktischen Süd-Shetland-Archipels wurde 2014 eingeweiht und kann bis zu 150 Menschen beherbergen. Die Basis empfängt im südlichen Sommer auch Touristen.

(Quelle: Apa/Dpa)

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