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Arzt wegen Vergewaltigung mit Todesfolge vor Gericht

Ein aus Österreich stammender Arzt steht seit Freitag in Magdeburg im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt vor Gericht. Der 42-Jährige soll Frauen unter Drogen gesetzt haben, um sie sexuell gefügig zu machen. In einem Fall muss er sich wegen Vergewaltigung mit Todesfolge verantworten.

In dem Fall soll der Arzt einer Frau im Februar im Rahmen eines einvernehmlichen sexuellen Kontakts heimlich eine tödliche Dosis Kokain verabreicht haben. Sollte der Angeklagte der Tat überführt werden, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe oder eine Haftstrafe zwischen zehn und 15 Jahren, wie das Landgericht Magdeburg erläuterte. Geprüft wird auch, ob eine Verurteilung wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen oder Totschlags in Betracht kommt und allenfalls eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt bzw. eine Sicherungsverwahrung.

Insgesamt werden dem 42-Jährigen zehn Straftaten zur Last gelegt, die er von September 2015 bis Februar 2018 in Halberstadt und anderen Orten begangen haben soll. In den neun weiteren Fällen soll der Arzt heimlich und teilweise gegen deren Willen vier weiteren Frauen Drogen verabreicht und mit ihnen teilweise sexuell verkehrt haben. Eine der Betroffenen soll unter Kokaineinfluss Verkehrsunfälle verursacht haben.

Der Mediziner wurde Ende März festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Im Ermittlungsverfahren hat er von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Die Verteidigung habe beantragt, dass die Öffentlichkeit von dem Prozess umfangreich ausgeschlossen werde, sagte Gerichtssprecher Christian Löffler der APA. Seinen Angaben zufolge besitzt der Angeklagte sowohl die österreichische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft und war in Deutschland seit mehreren Jahren in verschiedenen Kliniken tätig. Das Gericht hat Verhandlungstermine vorläufig bis Ende November festgelegt.

(APA/dpa)

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