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"Aula" nennt Sampson "Quotenmohr": Strache entschuldigt sich

Ob Cesar Sampson bald mit Strache bei Kaffee und Kuchen sitzt? (Archivbild) ASSOCIATED PRESS
Ob Cesar Sampson bald mit Strache bei Kaffee und Kuchen sitzt? (Archivbild)

Die "Freiheitlichen Akademikerverbände" Kärnten sowie Wien, Niederösterreich, Burgenland wollen sich aus der rechtsradikalen Zeitschrift "Aula" zurückziehen. Damit reagieren die FP-nahen Verbände laut Ö1-Morgenjournalauf das Bemühen der Partei, sich von der Zeitschrift abzugrenzen. Und darum will Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) Song-Contest-Teilnehmer Cesar Sampson zum Kaffee einladen.

Die "Aula" steht im Besitz der Freiheitlichen Akademikerverbände Steiermark, Oberösterreich, Salzburg, Kärnten sowie Wien, Niederösterreich und Burgenland. Die Zeitschrift fällt immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Artikeln auf. So wurden vor Jahren die 1945 aus dem KZ Mauthausen befreiten Häftlinge als "Landplage" und "Kriminelle" bezeichnet.

Sampson als "Quotenmohr" bezeichnet

In der aktuellen Mai-Ausgabe wird Österreichs Song-Contest-Teilnehmer Cesar Sampson als "Quotenmohr" verunglimpft. Die FPÖ will sich bei Sampson dafür entschuldigen. Parteichef Heinz-Christian Strache werde den Musiker auf Kaffee und Kuchen einladen, kündigte Generalsekretär Harald Vilimsky auf "krone.at" an.

Freiheitliche Politiker publizieren in Aula

Obwohl die FPÖ-Spitze gerne ihre Abgrenzung vom Antisemitismus betont, veröffentlichen immer wieder freiheitliche Politiker in der Aula. So beklagt in der aktuellen Ausgabe etwa der steirische Dritte Landtagspräsident Gerhard Kurzmann die "sprachliche Illoyalität der deutschen Eliten".

Akademiker kehren Aula den Rücken

FPÖ-Klubobmann Walter Rosenkranz kündigt nun an, dass sich der Freiheitliche Akademikerverband Wien, Niederösterreich, Burgenland aus der Aula zurückziehen wird. Er hält derzeit 21,6 Prozent am Verlag. Auch der Kärntner Verband (knapp 9 Prozent) will laut dem Abgeordneten Wendelin Mölzer aussteigen. Kein Ausstieg geplant ist laut Ö1 vom größten Anteilseigner, dem Freiheitlichen Akademikerverband Steiermark (36,8 Prozent).

Eigentümer mit Aula "unzufrieden"

"Auch seitens des Eigentümers ist man mit der Zeitschrift 'Die Aula' unzufrieden", hieß es in der Stellungnahme des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark. "Ohne auf einzelne Inhalte einzugehen, wollen wir das gesamte Erscheinungsbild der 'Aula' auf inhaltlicher Ebene grundlegend neu konzipieren", lautet nun der Plan der Eigentümer. Vorbereitend darauf seien bereits Ende April die Eigentumsverhältnisse neu aufgestellt worden. Im nächsten Schritt solle nun im Juni die redaktionelle und inhaltliche Neuaufstellung vorgenommen werden.

FPÖ in Schutz genommen

In Schutz nahm FAV-Steiermark-Obmann Heinrich Sickl die FPÖ. Allzu gern sei versucht worden, der Partei und ihrer Führungsspitze Verantwortung für Beiträge in der "Aula" zuzuschreiben. Der Freiheitliche Akademikerverband sei ein eigenständiger Verein. "Ganz sicher hat man hierbei keine Anleihe an der Freiheitlichen Partei Österreichs genommen", hieß es in der Klarstellung.

Unbestritten sei aber auch, so die "Aula"-Eigentümer, dass einzelne Mitglieder der Akademikerverbände auch in der FPÖ aktiv sind. "Dieser Umstand resultiert aber aus individuell getroffenen Entscheidungen der Einzelpersonen und ist sicher kein Resultat von organisatorischen Überschneidungen. Diese wären sowohl seitens der Freiheitlichen Partei wie auch seitens des FAV nicht erwünscht", meinte Sickl.

Unbeeindruckt von den Veränderungen in der "Aula" blieb indes SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher. Er zeigte sich überzeugt, dass die "Strache-FPÖ und die rechtsextreme und antisemitische Zeitung" weiterhin "ziemlich beste Freunde" seien.

(APA)

(Quelle: S24)

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