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Bangkok-Anschlag: Zweifel an Nationalität des Verdächtigen

Beim Verdächtigen fand man falsche Pässe Salzburg24
Beim Verdächtigen fand man falsche Pässe

Der fast zwei Wochen nach dem Bombenanschlag in Bangkok festgenommene Tatverdächtige verweigert die Aussage. In einem ersten Verhör habe der Verdächtige noch nichts zur Tataufklärung beigetragen, sagte Thailands Militärchef Udomdej Sitabutr am Sonntag. Erste Angaben des Militärs, es handle sich um einen 28-jährigen Türken, wurden wieder zurückgezogen.

Die türkische Botschaft habe Zweifel an der Nationalität des Mannes angemeldet, berichtete die Zeitung "Nation" unter Berufung auf den Polizeisprecher Prawut Thavornsiri. Der türkische Pass, der bei der Festnahme am Samstag bei dem Mann gefunden wurde, war gefälscht. Untern anderem stand darin statt "Ausstellungsdatum" und "gültig bis" zweimal "gültig bis".

Die Polizei hatte ihn am Samstag bei einer Großrazzia in einem östlichen Stadtteil von Bangkok festgenommen. Daran waren rund hundert Polizisten und Soldaten beteiligt, darunter ein Dutzend Sprengstoffexperten. In seiner Wohnung wurden Material zum Bau von Bomben beschlagnahmt sowie mehrere türkische Pässe, bei denen es sich aber um Fälschungen handeln soll.

Der Verdächtige sei vermutlich Mitglied einer Menschenschmugglerbande gewesen, sagte Polizeichef Prawut dem Sender Channel 3. Die Gang soll Einwanderer mit gefälschten Pässen versorgt haben. Die Bande "war unzufrieden, dass die Polizei illegal Eingewanderte festgenommen hat", sagte Prawut in dem Telefoninterview ohne weitere Erläuterung.

Der Mann wird verdächtigt, an dem Anschlag am 17. August beteiligt gewesen zu sein. Dabei detonierte am Erawan-Schrein mitten im Einkaufsviertel der Millionenmetropole ein Sprengsatz. 20 Menschen starben, mehr als 120 wurden verletzt. Unter den Opfern waren zahlreiche Ausländer. Die Polizei fahndet aktuell nach weiteren Verdächtigen, wie Vize-Polizeichef Chaktip Chaijinda am Sonntag im Fernsehen sagte.

Ein angesehener Sicherheitsexperte sagte vergangene Woche in Bangkok, dass die rechtsextreme türkische Organisation "Graue Wölfe" hinter dem Anschlag stecken könnte. Mitglieder der "Grauen Wölfe" waren dabei, als das thailändische Konsulat in Istanbul im Juli attackiert wurde. Das war eine Reaktion auf die Abschiebung von 109 Uiguren aus Thailand nach China. Uiguren sind eine muslimischen Minderheit in China, die dort verfolgt wird. Sie sind ethnisch mit den Türken verwandt.

(Quelle: S24)

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