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Bank Austria betroffen

UniCredit streicht 8.000 Stellen

Erneuter Sparkurs - Auswirkungen für Bank Austria?

Die UniCredit will zudem 500 Filialen schließen. 

Die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit forciert ihren Sparkurs und will bis 2023 weitere 8.000 Stellen streichen. Dabei wird auch Österreich betroffen sein, wie aus den Plänen hervorgeht, die die Bank am Dienstag vorstellte. Noch ist nicht klar, wie stark. Die UniCredit will zudem 500 Filialen schließen. Ziel sei es, die Kosten in der Zeitspanne um 1 Milliarde Euro zu senken, so die Bank.

Laut dem neuen in London vorgestellten Unternehmensplan will die Bank-Austria-Mutter 12 Prozent des Personals und 25 Prozent der Filialen in Italien, Österreich und Deutschland kürzen. Laut Gewerkschaftsangaben sollen die meisten Jobs - circa 5.500 bis 6.000 Arbeitsplätze - in Italien reduziert werden. Dank der Jobkürzungen will UniCredit in Westeuropa Einsparungen in der Größenordnung von einer Milliarde Euro durchsetzen, geht aus dem am Dienstag vorgestellten Plan hervor.

UniCredit: Umbau nach Verlusten

Die UniCredit hatte 2016 wegen Verlusten in Milliardenhöhe mit einem umfassenden Umbau begonnen. Der damals neu eingesetzte Konzernchef Jean-Pierre Mustier strich bereits 14.000 Stellen. Mehr als 900 Filialen wurden bereits dichtgemacht.

Der verschärfte Sparkurs kostet zunächst einmal Geld - nach Angaben der Bank 1,4 Milliarden Euro heuer und im kommenden Jahr. Davon seien 1,1 Milliarden für Italien und 300 Millionen für Österreich und Deutschland vorgesehen. UniCredit wollte sich nicht zur regionalen Verteilung des Stellenabbaus äußern. Er solle aber sozialverträglich und in Absprache mit den Arbeitnehmervertretungen erfolgen, hieß es.

Keine Angaben von Bank Austria

Die Bank Austria wollte sich auf APA-Anfrage nicht äußern, ein Sprecher der österreichischen Tochterbank verwies auf die Aussagen von UniCredit-Chef Jean Pierre Mustier. Auch von der deutschen Tochter HypoVereinsbank (HVB) gab es zunächst keine Angaben zum Ausmaß des Sparkurses. Konzernweit kam die UniCredit zuletzt auf 85.000 Stellen und rund 4.500 Zweigstellen.

Hintergrund des jetzt verstärkten Sparkurses ist, dass die UniCredit in den kommenden Jahren nur mit einem geringen Wachstum rechnet und die Kosten daher weiter drücken will. Das Kreditinstitut kämpft dabei - wie alle Banken in der Eurozone - mit dem Dauertief bei den Zinsen, das vor allem auf die Marge im Geschäft vom Anlegen und Verleihen von Geld drückt.

Gewinn steigern, Dividenden erhöhen

Ziel der aktuellen Maßnahmen ist, den Gewinn zu steigern, die Dividenden zu erhöhen und Aktien zurückzukaufen. Bis 2023 peilt die UniCredit aus dem fortgeführten Geschäft - also ohne den Einfluss von Sonderfaktoren wie zum Beispiel Spartenverkäufen oder den Kosten für Stellenabbau - einen Gewinn von 5 Mrd. Euro an. 2018 hatte dieser Wert bei 3 Mrd. Euro gelegen. Für 2019 wird bereits ein Anstieg auf 4,7 Mrd. Euro erwartet. In einigen Bereichen liefen die Geschäfte im laufenden Jahr besonders gut.

Die italienischen Bankengewerkschaften reagierten empört auf UniCredits Entwicklungsplan 2020-2023. Die Bank könne eine weitere Reduzierung der Jobs nicht mehr verkraften, da seit 2007 bereits 26.650 Stellen gekürzt worden seien, protestierte der Chef des Gewerkschaftsverbands FABI, Lando Maria Sileoni.

UniCredit will 500 Filialen schließen

1.381 Filialen seien bereits in den vergangenen Jahren weggefallen, laut dem neuen Entwicklungsplan wolle UniCredit aber weitere 500 schließen. "Damit beeinträchtigt man noch mehr die Beziehungen zur Kundschaft. Die Bank wird durch die Jobkürzungen geschwächt mit der Gefahr, dass sie geschluckt werden kann", kritisierte Sileoni. Die Gewerkschaften befürchten, dass die Jobkürzungen der erste Schritt vor einer europäischen Fusion sei, die UniCredit von der Heimat Italien entfernen könnte.

Mustier erwiderte, dass die Jobkürzungen "verantwortungsvoll" erfolgen werden. "Wir werden mit den Gewerkschaften verhandeln. Mit dem letzten Entwicklungsplan haben wir die Jobkürzungen auf sozial verantwortungsvolle Weise durchgeführt und wir werden weiter so handeln", sagte der französische Banker.

(Quelle: Apa/Ag.)

Aufgerufen am 09.12.2019 um 03:32 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/bank-austria-betroffen-unicredit-streicht-8-000-stellen-80140210

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