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War es Ammoniumnitrat?

Fieberhafte Suche nach Ursache für Katastrophe

Gewaltige Explosionen in Beirut fordern unzählige Opfer

Nach den gewaltigen Detonationen in der libanesischen Hauptstadt Beirut vom Dienstag mit Dutzenden Toten und tausenden Verletzten beginnt nun die Suche nach den Ursachen für das Unglück. Laut Libanons Premier Hassan Diab könnten die Explosionen von einer großen Menge Ammoniumnitrat ausgelöst worden sein. Die explosive Substanz sei jahrelang ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden.

Hinweise auf einen Anschlag oder einen politischen Hintergrund gab es vorerst nicht.

Offenbar hochexplosives Material gelagert

Es sei "unvertretbar", dass eine Ladung von schätzungsweise 2.750 Tonnen der Substanz in einer Halle am Hafen gelagert worden sei, sagte Premier Diab in der Nacht zum Mittwoch dem Präsidialamt zufolge. Das Material sei dort sechs Jahre lang ohne Sicherheitsvorkehrungen gelegen.

Große Explosion erschüttert Beirut ASSOCIATED PRESS
Eine große Explosion sorgte für Tausende Verletzte und viele Todesopfer in Beirut.

Ammoniumnitrat, das auch zur Herstellung von Sprengsätzen dienen kann, kann bei höheren Temperaturen detonieren. Die Substanz dient zum Raketenantrieb und vor allem zur Herstellung von Düngemittel. Die farblosen Kristalle befanden sich auch in dem Gefahrgutlager der chinesischen Stadt Tianjin, wo 2015 nach einer Serie von Explosionen 173 Menschen getötet wurden.

Keine Hinweise auf Anschlag

Präsident Michel Aoun berief für Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts ein, um die Ursachen der Explosion zu klären. "Ich werde nicht ruhen, ehe ich den Verantwortlichen kenne und ihm die härteste Strafe gebe", sagte Aoun laut Zitaten des Präsidialamts bei Twitter.

US-Präsident Trump sprach von einem "furchtbaren Angriff" mit einer "Art von Bombe". Er berief sich dabei auf Angaben von US-Generälen. Weder vom Pentagon noch den libanesischen Behörden kamen jedoch irgendwelche öffentlichen Hinweise darauf, dass es sich möglicherweise um einen Anschlag gehandelt haben könnte.

Teile von Beirut liegen in Trümmern

Große Teile des Hafens und der umliegenden Stadtgebiete wurden verwüstet (wir haben berichtet). Auf Bildern waren unter Trümmern eingeklemmte Menschen zu sehen, viele von ihnen blutüberströmt. Die Krankenhäuser seien mit den vielen Verletzten komplett überlastet. Der Oberste Verteidigungsrat des Landes erklärte die Stadt zur "Katastrophenzone".

Große Explosion erschüttert Beirut ASSOCIATED PRESS
Eine große Explosion sorgte für Tausende Verletzte und viele Todesopfer in Beirut.

Der Libanon befindet sich seit Jahren in einer Abwärtsspirale: Das Land leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise, fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Die Krise wurde in den vergangenen Monaten durch die Corona-Pandemie verschlimmert.

(Quelle: Apa/Dpa)

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