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Geburtstagskind

Berliner Fernsehturm feiert 50er

Am 3. Oktober jährt sich nicht nur die deutsche Einheit, die vor 29 Jahren in Kraft trat. Noch älter ist das wohl auffälligste Wahrzeichen Berlins: Der Fernsehturm feiert am kommenden Donnerstag seinen 50. Geburtstag. Am 3. Oktober 1969 wurde er eingeweiht. Daten und Fakten zum Fernsehturm im Überblick.

Echte Schildkrötensuppe für 3,30 Mark (Ost), Kaffee französisch im Glas für 4,90 oder sowjetischer Wodka – etwas Besonderes mit dem Hauch von weiter Welt sollte den Besuchern des neuen Ost-Berliner Tele-Cafes in 207 Metern Höhe geboten werden. Ostdeutsche standen im Zentrum der DDR-Hauptstadt Schlange, Touristen ebenso. Der Clou: Das Cafe in der charakteristischen Kugel des über 360 Meter hohen Turms bis zur Antennenspitze bewegte sich in der Regel in einer Stunde einmal um sich selbst.

Etwa 60 Millionen Besucherinnen und Besucher kamen seit der Eröffnung, pro Jahr sind es etwa 1,6 Millionen Menschen.

Wahrzeichen der DDR

Lange war nicht absehbar, dass der Fernsehturm einmal als Teil des geeinten Berlins am Alexanderplatz stehen würde. In der DDR war der Grund für seinen Bau in den 60er-Jahren denkbar profan: Der ostdeutsche Staat hatte von der internationalen Frequenzkonferenz in Stockholm nur zwei TV-Bereiche zugeteilt bekommen.

Diese verlangten nach einem möglichst hohen, zentral gelegenen Turm, um die Sendefrequenzen möglichst optimal ausschöpfen können. Das konnte die Staatsführung schnell für sich nutzen: Bereits zur Einweihung stand das Bauwerk als imposantes Wahrzeichen für die DDR. Der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht kam persönlich zur Einweihung.

Höchstes Bauwerk Deutschlands

In Deutschland ist der Fernsehturm mit 368 Metern das höchste Bauwerk. In Europa landet er in der Kategorie allerdings nur auf Platz 14. Er ist in Europa nicht einmal das höchste Gebäude seiner Art – drei andere Fernsehtürme sind noch größer.

 

53 Monate Bauzeit

Viel gespottet wird über den Berliner Flughafen, dessen Eröffnung bereits vor sieben Jahren stattfinden sollte und der seit den 90er-Jahren in Planung ist. Doch auch beim Bau des Fernsehturms ging es etwas drunter und drüber: Zehn Jahre lang planten Architekten und Ingenieure das Bauwerk, mehrmals wurde sein Standort verschoben. In 53 Monaten zogen Arbeiter schließlich den Turm hoch, gebaut wurde also knapp vier Jahre lang. Er wurde sehr viel teurer als geplant – die ausgegebenen 200 Millionen DDR-Mark waren sechsmal mehr als ursprünglich vorgesehen.

Politik wollte Spitzname "Telespargel"

Mit Spitznamen ist es in Berlin so eine Sache. Kaum einer nennt die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche tatsächlich "Hohler Zahn", und auch die Bezeichnung "Langer Lulatsch" für den Funkturm ist nicht wirklich gebräuchlich. Noch weniger populär war jedoch die von der DDR-Spitze gewünschte Bezeichnung des Fernsehturms - diese versuchte den Spitznamen "Telespargel" im Volk durchzusetzen. Bis heute wird der Fernsehturm jedoch einfach mit seinem Namen benannt.

Beliebtestes Erbe der DDR

Heute zählt der Turm zum Beliebtesten, was die DDR-Architektur hervorbrachte. Auf mehr als 200 Metern Höhe sollen Besucher bei gutem Wetter bis zu 80 Kilometer weit über Berlin und darüber hinaus schauen können. Auch feiern lässt sich in dem sich drehenden Restaurant im charakteristischen Bauch des Fernsehturms, beispielsweise Silvester. Dafür müssen Interessierte aber einiges an Geld ausgeben: 350 Euro kostet ein Ticket mit Platz am Fenster am Silvesterabend.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 20.10.2019 um 03:06 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/berliner-fernsehturm-vor-50-jahren-eroeffnet-77135992

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