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Bilderberg war offenbar für Gewaltbereite "wenig lukrativ"

Bilderberg-Konferenz ging problemlos über die Bühne Salzburg24
Bilderberg-Konferenz ging problemlos über die Bühne

Nach dem G-7-Gipfel in Bayern und dem Bilderberg-Treffen in Telfs hat die Tiroler Polizei zu den Einsätzen Bilanz gezogen. 18 Tage standen rund 1.900 Beamte im Einsatz, das Heer steuerte nochmals 1.100 Soldaten bei. Der Einsatz verlief aus polizeilicher Sicht "sehr positiv". Beispielsweise ging eine Demonstration der Bilderberg-Gegner mit 500 Teilnehmern ohne Zwischenfälle über die Bühne.

Dass der Einsatz zu umfangreich ausgefallen sei, wies Landespolizeidirektor Helmut Tomac bei einer Pressekonferenz am Montag zurück: "Es waren zwei Veranstaltungen von weltweiter Bedeutung." Und mit den Erfahrungen vergangener Ereignisse wie beispielsweise den Blockupy-Protesten gegen die Eröffnung des neuen Sitzes der Europäischen Zentralbank (EZB) in der deutschen Stadt Frankfurt am Main musste der Einsatz so geplant werden, dass er diesen Szenarien gerecht werde. Es sei "blauäugig" zu glauben, dass man einen derartigen Einsatz, der alle Eventualitäten beinhalte, mit weniger Ressourcen planen könne. "Im Nachhinein sind wir froh, dass es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist", betonte Tomac.

Möglicherweise habe auch die geografische Lage eine Rolle dabei gespielt, dass die Einsätze derartig ruhig verlaufen sind, meinte der Landespolizeidirektor. Offenbar seien die Veranstaltungsorte für gewaltbereite Demonstranten "weniger lukrativ" als Städte. Die Kosten des Einsatzes konnte Tomac vorerst nicht beziffern: "Wir werden in den kommenden Tagen Resümee ziehen und dann werden wir die Zahlen bekannt geben."

Während der beiden Ereignisse seien täglich - zusätzlich zum Regeldienst - 754 Polizisten im Dienst gestanden. In den Nachtstunden seien es im Durchschnitt 534 Beamte gewesen. Von den 1.900 Beamten hätte sich über 18 Tage ein Drittel jeweils im Dienst und in Bereitschaft befunden, ein Drittel habe zwischenzeitlich freigehabt. Insgesamt habe es 22 Festnahmen gegeben, davon stand aber nur eine im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Bilderberg-Einsatz. Insgesamt habe es 6.500 Identitätsfeststellungen nach dem Sicherheitspolizei- und 650 nach dem Fremdenpolizeigesetz gegeben.

Von 27. Mai bis inklusive 14. Juni verzeichnete die Polizei 1.300 fremdenpolizeiliche Aufgriffe, zusätzlich wurden 740 Fremde von den deutschen Behörden nach Tirol zurückgewiesen. Die österreichische Exekutive habe 1.028 Migranten nach Italien zurückgebracht.

Die Aufgabenstellung für das Militärkommando Tirol beinhaltete unter anderem die Einrichtung und Überwachung eines zeitweiligen Flugbeschränkungsgebietes, erklärte Militärkommandant Herbert Bauer. Für die Luftraumüberwachung waren insgesamt 25 Luftfahrzeuge und sieben große mobile Radarsysteme zur Verdichtung und Detailerfassung der Talfurchen eingesetzt. Insgesamt wurden während dieser Zeit durch das MCC (Military Control Center) rund 500 Sichtfluganträge im Flugbeschränkungsgebiet abgearbeitet. Dabei wurden 16 unautorisierte Einflüge registriert, die dann aus der Flugverbotszone eskortiert wurden.

(Quelle: S24)

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