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Bischöfe rufen zum Einsatz beim Asyl-Thema auf

Kritik am neuen Fortpflanzungsmedizingesetz Salzburg24
Kritik am neuen Fortpflanzungsmedizingesetz

Angesichts des Flüchtlingsstroms vor allem aus Syrien haben Österreichs Bischöfe in ihren Weihnachtsbotschaften zum Einsatz der Gesellschaft aufgefordert: "Wir müssen alle unsere Kräfte zusammentun, um Flüchtlingen einen sicheren Ort zu bieten", betonte Kardinal Christoph Schönborn laut "Kathpress". Scharfe Kritik übten die Bischöfe am neuen Fortpflanzungsmedizingesetz.

Die Kirche in Österreich leiste bereits sehr viel für die Asylwerber - "nicht alles ist in den Medien zu lesen, was da geschieht. Gottseidank gibt es viele großherzige Menschen", so der Wiener Erzbischof am Christtag bei einem Gottesdienst im Wiener Stephansdom möglicherweise in Anspielung auf Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die vor wenigen Tagen in Sachen Quartiersuche explizit die Kirche angesprochen hatte.

Der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics rief dann auch die Pfarren und alle Gläubigen in seiner Weihnachtsbotschaft zu verstärktem Engagement für Flüchtlinge auf. Gleichzeitig nahm er auch die Politik in die Pflicht: "Als wohlhabendes Land haben wir Platz und Geld, es braucht nur den Willen dazu".

St. Pöltens Bischof Klaus Küng fragte in der Christmette: "Können wir ehrlich Weihnachten feiern, ohne an die vielen Menschen zu denken, die in großer Not sind, in ihrer Existenz bedroht, verfolgt, auf der Flucht oder im Krieg? Ist es nicht notwendig, unsere Häuser zu öffnen für jene, die kein Zuhause haben?" Für Jesus und seine Mutter sei einst in den Herbergen kein Platz gewesen: "Muss es immer wieder von neuem geschehen?", so der Bischof.

Für ein "wohlwollendes Klima für Menschen auf der Flucht" und ihre "freundliche Aufnahme" sprach sich auch Kärntens Bischof Alois Schwarz bei der Christmette aus. Scharfe Kritik äußerte Schwarz zugleich am geplanten Fortpflanzungsmedizingesetz, das "verhängnisvoll und fatal" sei und in "naiver Fortschrittsgläubigkeit" eine Grenze unumkehrbar überschreiten würde. Der Bischof sprach sich eindringlich dagegen aus, Embryonen danach zu selektieren, ob sie lebenstüchtig seien oder nicht, und warnte davor, das Kind zur Ware zu machen.

Auch Österreichs "Familienbischof" Küng kam - diesmal in der Predigt zum Christtag - auf das Fortpflanzungsmedizingesetz zu sprechen: Embryonen würden demnach "als Zellhaufen betrachtet" und vor der Implantation in die Gebärmutter bei geringstem Verdacht auf einen Schaden verworfen."Wenn etwas technisch möglich ist, macht man es und tut so, als hätte man ein Recht dazu", klagte Küng.

In die gleiche Kerbe schlug der Salzburger Erzbischof Franz Lackner: Gerade wenn es um Fragen zum Anfang und Ende des Lebens gehe, sei es gefährlich und entspreche es nicht den "Gesetzen der ganzen Wirklichkeit des Lebendigen", die Beantwortung nur dem technisch Machbaren anzuvertrauen.

(Quelle: S24)

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