Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Bisher kaum Hilfsgelder im Gazastreifen angekommen

Zahllose Häuser im Gazastreifen komplett zerstört Salzburg24
Zahllose Häuser im Gazastreifen komplett zerstört

Nur zwei Prozent der bei einer Geberkonferenz im Oktober versprochenen Hilfsleistungen sind nach palästinensischen Angaben bisher im Gazastreifen angekommen. Das sagten palästinensische Vertreter aus Politik und Nichtregierungsorganisationen am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Gaza.

Die Situation im Gazastreifen könne "jeden Moment explodieren, wenn die Geldgeber, die Vereinten Nationen und Israel den Wiederaufbau nicht beschleunigen", hieß es. Die Parteien kritisierten auch die langsame Verteilung der vorhandenen Gelder. Um eine Hilfszahlung zu bekommen, sind viele bürokratische Schritte nötig. Dies sei "erniedrigend, langsam und behindere den Wiederaufbau".

Der Gaza-Krieg zwischen Israel und den Palästinensern hatte 50 Tage gedauert. Ende August einigten sich die Konfliktparteien auf eine unbefristete Waffenruhe. Während des Konflikts wurden nach Angaben der UN-Nothilfeorganisation Ocha rund 18.000 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Bei der Geberkonferenz im Oktober hatten EU, USA und arabische Staaten Hilfe in Höhe von 5,4 Milliarden Dollar (rund 4,3 Milliarden Euro) zugesagt.

Unterdessen kündigte der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas an, jegliche Zusammenarbeit mit der israelischen Regierung abzubrechen, sollte der UN-Sicherheitsrat keine Resolution für ein Ende der israelischen Besatzung in den Palästinensergebieten beschließen. Die Drohung könnte sich insbesondere auf die Sicherheitskooperation zwischen Israel und den Palästinensern auswirken.

"Wenn die beim Sicherheitsrat eingereichte arabisch-palästinensische Initiative, die die Besatzung beenden soll, nicht beschlossen wird, werden wir gezwungen sein, die notwendigen politischen und rechtlichen Entscheidungen zu fällen", wurde Abbas am Dienstag während eines Algerien-Besuchs von der algerischen Nachrichtenagentur APS zitiert.

Der Resolutionsentwurf setzt Israel eine Frist von zwölf Monaten zur Aushandlung eines dauerhaften Friedensabkommens mit den Palästinensern. Bis Ende 2017 soll Israel zudem sämtliche Truppen aus dem künftigen palästinensischen Staat abgezogen haben. Angestrebt wird die Koexistenz zweier unabhängiger demokratischer Staaten mit Jerusalem als gemeinsamer Hauptstadt.

Der Resolutionsentwurf wurde im Auftrag der Palästinenser von Jordanien eingebracht, das derzeit das einzige arabische Land im UN-Sicherheitsrat ist. Die UN-Vetomacht USA will den aktuellen Entwurf nicht unterstützen. Washington wendet sich gegen die Zweijahresfrist für den Abzug der israelischen Truppen, hat aber grundsätzlich Gesprächsbereitschaft signalisiert.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 12.04.2021 um 03:41 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/bisher-kaum-hilfsgelder-im-gazastreifen-angekommen-46230070

Kommentare

Mehr zum Thema