Jetzt Live
Startseite Welt
Wissenschaftliche Sensation

Alter Stein in Garten entpuppt sich als Meteorit

Kosmisches Geschoss blieb 31 Jahre lang unendeckt

Beim Ausheben eines Grabens hat ein Hausbesitzer im schwäbischen Blaubeuren 1989 den bisher größten in Deutschland entdeckten Steinmeteoriten gefunden – und 31 Jahre lang nichts von seiner Entdeckung gewusst. Erst kürzlich enthüllten wissenschaftliche Analysen die kosmische Herkunft des mehr als 30 Kilogramm schweren Steins, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitteilte.

Der kantige Brocken lag demnach jahrzehntelang im Garten des Finders. Auf die Idee, dass es sich bei dem ungewöhnlich schweren und eisenhaltigen Fundstück um einen Meteoriten handeln könnte, kam der Hausbesitzer erst zu Beginn dieses Jahres: Im Jänner meldete er deshalb seinen Fund beim DLR-Institut für Planetenforschung.

30 Kilogramm schwerer Stein im Garten

Die folgenden Laboruntersuchungen in mehreren wissenschaftlichen Einrichtungen mündeten in eine wissenschaftliche Sensation: Der Mann hatte den größten Steinmeteorit entdeckt, der je in Deutschland gefunden wurde. Vor gut einer Woche bestätigte nun die Meteoritical Society, die internationale Organisation der Meteoritenforscher, in einem Bulletin den Fund als anerkannten Meteoriten.

Meteorit auf "Blaubeuren" getauft

Nach seinem Fundort trägt der stolze Brocken jetzt den offiziellen Namen "Blaubeuren". Vor "Blaubeuren" war der unweit von Oldenburg gefundene "Benthullen"-Meteorit mit einem Gewicht von 17,25 Kilogramm der Rekordhalter.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Über 30 Jahre lag dieser über 30 Kilogramm schwere Stein in einem Garten in Blaubeuren (Baden-Württemberg). Erst jetzt wurde entdeckt, dass es sich dabei um den größten jemals in Deutschland gefundenen Meteoriten handelt. Ein Mann fand ihn 1989 bei Grundstücksarbeiten und ließ ihn erst einmal liegen. Erst im vergangenen Januar meldete er seinen Fund dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das ihn nach gründlicher Untersuchung eindeutig als Meteoriten identifizierte. Nun wollen die Forscher herausfinden, wann er auf die Erde fiel. Dies könnte bereits vor Jahrhunderten geschehen sein. #Meteorit #Space #Weltall #tagesschau

Ein Beitrag geteilt von tagesschau (@tagesschau) am

Die Geschichte von "Blaubeuren" ist wahrlich ungewöhnlich: Bis 2015 lag der Meteorit im Garten des Finders, stets der Verwitterung ausgesetzt. Dann hätte ihn der Hausbesitzer beinahe mit anderem Abraum entsorgt. "Eigentlich lag der Brocken schon auf dem Anhänger, um ihn wegzuschaffen", zitierte das DLR den Finder.

Kosmisches Geschoss aufbewahrt

Zum Glück überlegte es sich der Mann anders und bewahrte den Stein seit 2015 trocken im Keller des Hauses in einem Schrank auf. Im vergangenen Jänner wollte der Finder dann doch Gewissheit haben über Natur und Herkunft seines Fundes und kontaktierte das DLR.

Für die Erforschung der frühen Entwicklung des Sonnensystems spielen Meteorite eine herausragende Rolle. Die meisten stammen laut DLR ursprünglich aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, bevor sie in ihrer Bahn um die Sonne gestört werden und auf Kollisionskurs mit der Erde geraten.

Als kosmische Geschosse treten sie dann mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein. Dabei verglüht ein Großteil ihrer Masse - selbst bei schweren Brocken aus Stein oder Eisen gelangt oft nur ein kleiner Rest als Meteorit auf die Erdoberfläche.

Deutscher Meteorit kommt ins Museum

"Blaubeuren" wird nun zunächst noch bei seinem Finder bleiben. Dem DLR zufolge ist es aber der Wunsch des Eigentümers, dass der größte Steinmeteorit Deutschlands dauerhaft in einem Museum ausgestellt wird – damit alle Interessierten einen Blick auf den Rekordbrocken werfen können.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 29.09.2020 um 12:27 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/blaubeuren-stein-in-garten-ist-groesster-steinmeteorit-deutschlands-90249460

Kommentare

Mehr zum Thema