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Was bisher bekannt ist

Boeing-Absturz und die Auswirkungen

Nach dem Absturz zweier baugleicher, neuer Flugzeugtypen binnen weniger Monate gerät der US-Flugzeugbauer Boeing unter Druck. Obwohl die US-Luftfahrtbehörde FAA die betreffenden Boeing 737 Max 8 weiter für zuverlässig hält, reagieren Passagiere verunsichert. Flugverbote lösen eine Dynamik aus, der sich global immer mehr Betreiber und Regierungen anschließen. Nordamerika blieb bisher die Ausnahme.

Was ist bisher bekannt?

UNFALL: Augenzeugen wollen gesehen haben, dass sich die Boeing vor dem Aufprall nahe der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba am Sonntag um die eigene Achse gedreht hat, andere berichten von Flammen. Laut der Airline meldeten die Piloten Probleme mit der Flugsteuerung. In Verdacht geriet schnell die Steuerungssoftware - laut Medienberichten sollen zwei US-Piloten schon 2018 auf einer anonymisierten Meldeplattform über Probleme damit berichtet haben.

Die Bilder vom Unfallort deuten darauf hin, dass sich die Maschine fast senkrecht und mit hoher Geschwindigkeit in den Boden gebohrt hat. Die Trümmer liegen eng beieinander - ein Hinweis, dass der Rumpf beim Aufprall noch weitgehend intakt war. Die Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines war auf dem Weg nach Nairobi kurz nach dem Start abgestürzt. Konkrete Hinweise auf die Ursache erhoffen sich die Ermittler durch die Auswertung von Cockpit-Stimmenrekorder und Flugdatenschreiber.

Startverbote für Boeing 737 MAX 8

KONSEQUENZEN: Zunächst setzten Singapur und Australien alle Flugaktivitäten der Boeing-737-Max-8-Flugzeuge vorsichtshalber aus, diverse Airlines und Luftfahrtbehörden rund um den Globus zogen mit Startverboten und Luftraumsperren für diesen Typ nach. Unternehmen wie der Tui-Reisekonzern handelten erst zögerlich, weil sie sich zunächst auf Empfehlungen der US-Luftfahrtbehörde FAA stützten. Diese sieht bisher keine Notwendigkeit für Flugverbote, zumal Boeing selbst Software-Modifizierungen in Aussicht gestellt hat.

PASSAGIER-REAKTIONEN: Die zunächst widersprüchlichen Airline- und Behörden-Entscheidungen dürften die Verunsicherung bei Passagieren erhöht haben. Annullierungen von Flügen sind in Europa jedoch eher unwahrscheinlich: Bei der Flotte des Tui-Konzerns etwa sind nur 15 von rund 150 Flugzeugen betroffen: Sie wurden in Großbritannien und den Benelux-Ländern eingesetzt. Der Konzern will nun andere Flugzeuge chartern, Ersatzkapazitäten einsetzen und Flüge umbuchen.

Boeing-Aktie sackt ordentlich ab

BOEING: Der US-Luft- und Raumfahrtriese kämpft ausgerechnet bei seinem hoffnungsfroh gestarteten jüngsten Kassenschlager gegen eine schwere Vertrauenskrise und ein Image-Fiasko. Neben eventuell drohenden Entschädigungs- und Schadenersatzforderungen der Kunden kann Boeing durch die Flugverbote auch bestellte Maschinen nur verspätet ausliefern. Betroffen ist etwa der Tui-Konzern, der die erste Maschine dieses Typs für die deutsche Tuifly diese Woche aus Seattle nach Hannover fliegen wollte. Die Boeing-Aktie sackte bereits kräftig ab.

Die auf weniger Spritverbrauch getrimmte Boeing 737 Max 8 ist eine Neuauflage der seit den 1960er-Jahren gebauten Boeing 737 und wird in der neuen Form mit größeren und sparsameren Triebwerken ausgeliefert. Konkurrenzmodell ist der Airbus A320neo.

BEHÖRDEN: Die Bewertung der Zuverlässigkeit der Boeing 737 Max 8 droht auch die Beziehungen der Luftfahrtbehörden in den USA und Europa zu belasten. Denn nachdem die Europäer bisher Entscheidungen der FAA regelmäßig mittrugen, scherten sie nun aus und folgten mit ihrem Flugverbot für den Jet der FAA-Einschätzung nicht. Auch wenn die Unglücksursache noch nicht geklärt ist, setzt sich die US-Behörde nach Ansicht ihrer Kritiker mit ihrer Entscheidung der Kritik aus, den ehernen Grundsatz der Fliegerei - "Safety first" - zu missachten.

(APA)

Aufgerufen am 22.03.2019 um 12:54 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/boeing-absturz-und-die-auswirkungen-was-bisher-bekannt-ist-67191931

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