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Mogadischu

Dutzende Tote bei Bomben-Anschlag

Der Lastwagen explodierte in einem beliebten Stadtviertel

Somalia, das am Horn von Afrika liegt, leidet seit Jahren unter Unruhen und Unsicherheit.

Zerfetzte Autokarossen, Gebäudetrümmer, Tote und Verletzte: Bei einem der verheerendsten Sprengstoffanschläge der vergangenen Monate sind am Samstag in Somalias Hauptstadt Mogadischu knapp 100 Menschen getötet und Dutzende andere verletzt worden.

"Wir haben mittlerweile fast 100 Menschen, die bei dieser schrecklichen Attacke getötet wurden", sagte Polizeioffizier Ahmed Bashane der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der Toten stieg ständig.

Explosion in Mogadischu

Augenzeugen sprachen von einem Bild der Verwüstung, nachdem ein offensichtlich mit Sprengstoff beladener Lastwagen an einem Kontrollpunkt in einem belebten Stadtviertel während des morgendlichen Berufsverkehrs in die Luft geflogen war.

Die Explosion ereignete sich in der Nähe einer Steuerbehörde. Ein Zusammenhang ist aber noch unklar. Über dem Ort der Explosion stand weithin sichtbar eine große Rauchwolke. Durch die Wucht der Detonation wurden auch zahlreiche Gebäude beschädigt. Noch Stunden später suchten Anrainer dort nach Opfern.

Somalia von Terror erschüttert

Obwohl es zunächst keine Bekennerschreiben gab, wird hinter dem Anschlag die terroristische Al Shabaab vermutet. Die Terrorgruppe kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren um die Vorherrschaft. Die sunnitischen Fundamentalisten beherrschen große Gebiete im Süden und Zentrum des ostafrikanischen Landes und verüben immer wieder Anschläge, zuletzt bevorzugt auf Hotels, öffentliche Gebäude oder Plätze und auch auf Regierungseinrichtungen. Sie sind auch jenseits der Grenzen Somalias aktiv.

Somalia, das am Horn von Afrika liegt, leidet seit Jahren unter Unruhen und Unsicherheit. 1991 stürzten mehrere Milizen gemeinsam Diktator Siad Barre, kämpften dann aber gegeneinander. Die mit der Extremistenorganisation Al-Kaida verbündete Al-Shabaab hat nicht nur in Somalia, sondern auch in Kenia und Uganda mehrfach Attentate verübt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sie sich dazu nicht bekennt. Beim bisher schwersten Anschlag der Islamisten wurden im Oktober 2017 in Mogadischu fast 600 Menschen getötet. Damals war ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in der Nähe eines Tanklastwagen explodiert. Anhänger der Gruppe werden auch hinter zahlreichen Entführungen vermutet.

(Quelle: Apa/Ag.)

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