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BP-Wahl: Wie gläubig sind Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen?

Wie gläubig sind die beiden eigentlich? APA/HELMUT FOHRINGER
Wie gläubig sind die beiden eigentlich?

Kardinal Christoph Schönborn hat am Donnerstag betont, dass die römisch-katholische Kirche keine Wahlempfehlung für die Bundespräsidentenwahl am Sonntag abgibt. Der Grund: Zum ersten Mal in der Zweiten Republik gibt es keinen katholischen Kandidaten. Welches Glaubensbekenntnis haben Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen eigentlich? Wie stehen sie zu Religion und Kirche? Wir haben nachrecherchiert.

Eine Befragung der katholischen Kirchenzeitung zeigt recht unterschiedliche Zugänge der Präsidentschaftskandidaten. Während Alexander Van der Bellen bekanntlich aus der Kirche ausgetreten ist und keine Religionsgemeinschaft angehört ist Norbert Hofer nach seinem Kirchenaustritt nun evangelisch.

„Wie hältst du’s mit der Religion?“

Im Wahlkampf hat Norbert Hofer bei verschiedensten Interviews immer wieder betont, jeden Tag zu beten und in der Bibel zu lesen. „Ich spreche jeden Tag mit meinem Schöpfer“, so der FPÖ-Kandidat, der Bibeltexte als „Leitbilder für den Tag“ auf dem Schreibtisch liegen hat. Sein Glaube an Gott sei „ein Leuchtturm, der ihm bei schwierigen Entscheidungen zeigt, „in welche Richtung ich gehen muss“, wird Hofer etwa auf der Plattform katholisch.at zitiert. Religion und das tägliche Gebet seien für ihn eine Art "Batterie, wo ich mich aufladen kann". 2009 wetterte Hofer in einer FPÖ-Aussendung heftig gegen Kirche: "Ich schätze viele Vertreter der katholischen Kirche, ich kann aber mit weiten Teilen der Amtskirche, mit Scheinmoral und den immer stärker werdenden linkskatholischen Strömungen nichts anfangen. Ich habe schon vor Monaten die Konsequenzen gezogen und bin aus der katholischen Amtskirche ausgetreten." Und in Bezug auf die Hexenjagd meinte er damals: "Hunderttausende unschuldige Frauen wurden von den moralisch impotenten Inquisitoren der katholischen Kirche als Hexen auf dem Scheiterhaufen - bei lebendigem Leib und vor den Augen ihrer Kinder - verbrannt. Andersgläubige wurden als Ketzer bezeichnet, bestialisch gefoltert und hingerichtet. Die Katharer wurden ausgerottet. Der Antisemitismus war höchsten katholischen Kreisen - und es sind nicht FPÖ-Quellen, die das dokumentieren - nicht nur in der NS-Zeit alles andere als fremd und die heiklen Finanzgeschäfte der katholischen Kirche sind einem Teil der Bevölkerung mittlerweile bestens bekannt. Skandale um systematischen, ja da und dort massenhaften Kindesmissbrauch durch höchste Repräsentanten haben die Kirche - auch in Österreich - erschüttert und nehmen kein Ende", so Hofer.

Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen wiederum bezeichnet sich öffentlich als „nicht gläubig im engeren Sinne“. 2010 hat er sich selbst in einem Standard-Interview als „Agnostiker“ bezeichnet. In einem ZiB2-Interview zum aktuellen Bundespräsidentschaftswahlkampf hat er sich dann in der Asylfrage auf Kirchenvertreter wie Papst Franziskus und Kardinal Christoph Schönborn berufen. Im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" meinte er kürzlich, dass er zwar nicht „im engeren Sinn“ an Gott glaube, aber an die Botschaft des Neuen Testaments. Dabei hob Van der Bellen das soziale Engagement hervor. Diese sei häufig religiöse motiviert, sagt er. "Das schätze ich sehr, egal in welcher Religion", so Van der Bellen. Einen Wiedereintritt in die Kirche könne er sich mittlerweile wieder vorstellen, betonte Van der Bellen inzwischen schon mehrmals.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.10.2019 um 12:09 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/bp-wahl-wie-glaeubig-sind-norbert-hofer-und-alexander-van-der-bellen-52160776

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