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Johnson gegen Rücktritt

"Land in schwieriger Zeit führen"

Johnson will im Amt bleiben

Johnson wird vorgeworfen in seiner Funktion als Bürgermeister eine US-amerikanische Geschäftsfrau begünstigt zu haben. 

Der britische Premierminister Boris Johnson will trotz der verfahrenen Lage rund um den für Ende Oktober geplanten EU-Austritt seines Landes im Amt bleiben. "Ich habe mich verpflichtet, die Partei und mein Land in einer schwierigen Zeit zu führen, und ich werde das auch weiterhin tun. Ich glaube, es liegt in meiner Verantwortung, das zu tun", machte er am Sonntag in der BBC deutlich.

Johnson hat versprochen, Großbritannien mit oder ohne Scheidungsabkommen am 31. Oktober aus der EU herauszuführen. Das Parlament hatte ein Gesetz verabschiedet, das ihn verpflichtet, eine Verlängerung der Brexit-Frist zu beantragen, wenn bis Mitte Oktober kein Austrittsabkommen die Zustimmung der Abgeordneten findet und diese nicht für einen ungeregelten Austritt ("No Deal") gestimmt haben. Johnsons konservative Tories kommen am Sonntag in Manchester zu ihrem Parteitag zusammen.

Johnson weist alle Vorwürfe zurück

Johnson wies im BBC-Interview zudem die Vorwürfe des Amtsmissbrauchs während seiner Zeit als Bürgermeister von London zurück. "Ich bin sehr, sehr stolz auf alles, was wir getan haben, und sicherlich auch auf das, was ich als Bürgermeister von London gemacht habe." Er habe sich an die Vorschriften gehalten, unterstrich der konservative Politiker. Johnson war von 2008 bis 2016 Bürgermeister der britischen Hauptstadt.

Ihm wird vorgeworfen, in seiner damaligen Funktion die US-amerikanische Geschäftsfrau Jennifer Arcuri begünstigt zu haben. Es geht dabei um Fördergelder und die Teilnahme an Reisen, von denen die mit Johnson befreundete Unternehmerin profitiert haben soll, obwohl sie nicht die erforderlichen Bedingungen erfüllte. Auch Arcuri, die wieder in den USA lebt, wies die Vorwürfe zurück. Die "Sunday Times" berichtete am Sonntag, dass das Ex-Model offenbar gegenüber Freunden von einem Verhältnis mit Johnson in dessen Zeit als Bürgermeister erzählt habe.

Es lägen Indizien für eine Straftat vor, teilte die Londoner Stadtverwaltung mit. Bewiesen sei das aber noch nicht. Ob ermittelt werde, müsse die Polizeiaufsicht entscheiden.

(Quelle: Apa/Ag.)

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