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Buch über Intendanz von Anna Badora in Graz

Badora inzwischen am Volkstheater tätig Salzburg24
Badora inzwischen am Volkstheater tätig

In der letzten Grazer Spielzeit von Anna Badora im Schauspielhaus ist ein Buch erschienen, das die Arbeit der Intendantin seit 2006 dokumentiert. Das mit zahlreichen Bildern sehr ansprechend gestaltete Werk nähert sich dem Thema unkonventionell, so wurde unter anderem auch ein E-Mail-Verkehr oder das Interview eines Schauspielers mit einer Souffleuse abgedruckt.

"Wie Anna Badora das Schauspielhaus Graz neu erfunden hat" nennt Christoph Leibold, Theaterkritiker der "Zeit", seine Eingangsbetrachtungen. Tatsächlich neu erfunden musste das Theater zwar nicht werden, aber vor allem durch interessante Engagements gelang Badora, die ab Herbst das Wiener Volkstheater leiten wird, eine starke Außenwirkung. Zum Einstand führte sie Regie bei Franz Grillparzers "Medea", eine ihrer gelungensten Arbeiten, den Abschluss stellte ihre Inszenierung von "Die Götter weinen" mit Udo Samel heuer zu Saisonbeginn dar. Damit wurde gleichzeitig ein Bezug zu Opernregisseur Peter Konwitschnys "König Lear" - ebenfalls mit Samel - hergestellt. Konwitschny stellte im Schauspielhaus auch seine Interpretation von Goethes "Faust" zur Diskussion.

Leibold rühmt in seinem Artikel Badoras Power, ihren Teamgeist und ihre Entscheidung, das Publikum immer wieder mit neuer Ästhetik zu konfrontieren. Gerade die oft ganzseitigen Bilder geben einen guten Eindruck von der optischen Vielfalt, die im Laufe der Jahre geboten wurde, sei es bei Daniel Kehlmanns "Geister in Princeton", Arthur Millers "Hexenjagd" oder Wajdi Mouawads "Verbrennungen". Ein Kapitel widmet sich der Entstehung von "Thalerhof", einem Stück von Andrzej Stasiuk über das gleichnamige Lager während des Ersten Weltkriegs in Graz. Zahlreiche Mails zwischen Badora und dem Autor lassen ahnen, wie missverständlich und oft schwierig die konkrete Arbeit am Text war.

Schauspielerin Steffi Krautz beschreibt sehr humorvoll ihre Erfahrungen als Norddeutsche mit dem Leben an der Mur, die Reform der Werkstätten wird ebenso angesprochen wie die Zusammenarbeit mit dem Theater im Bahnhof. Eine Chronik mit sämtlichen Projekten ergänzt das Buch, das nicht nur als Nachschlagewerk gute Dienste leistet, sondern auch viele interessante Theaterabende wieder lebendig werden lässt.

(Quelle: S24)

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