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Bundesheer-Soldat erschießt Messerangreifer vor iranischer Residenz in Wien

Ein 26-jähriger Mann hat in der Nacht auf Montag eine Messerattacke auf einen Bundesheer-Wachposten vor der Residenz des iranischen Botschafters in Wien-Hietzing verübt. Der Soldat wehrte den Angreifer mit Schüssen aus der Dienstwaffe ab. Der Mann starb an Ort und Stelle. Der Wachposten erlitt eine Schnittverletzung und verdankt sein Leben einer Stichschutzweste, teilt die Polizei mit.

Beim Täter handelt es sich um einen 26-jährigen Mann mit österreichischer Staatsbürgerschaft und aufrechtem Wohnsitz in Wien, sagte Polizeisprecher Harald Sörös Montagfrüh. Hinweise auf sein Motiv lagen zunächst keine vor. Der 26-Jährige sei ohne Vorwarnung auf den vor der Villa Blaimschein in der Wenzgasse 2 postierten Soldaten losgegangen, sagte Sörös. Dieser gab "mindestens vier" Schüsse aus der Glock 17 ab. So viele Hülsen wurden bisher von den Spurensicherern eingesammelt.  "Die Hintergründe der Tat sowie das Tatmotiv sind zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig unklar und Gegenstand intensiver Ermittlungen durch das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT)", so der Sprecher.

Soldat erschießt Messerangreifer

Zum Ablauf der Tat gab die Polizei bekannt, der Soldat habe gegen 23.30 Uhr "plötzlich einen verdächtigen Mann im Nahbereich der Residenz" wahrgenommen. Der Mann sei wenige Momente später auf ihn zugekommen, "zog ein Messer aus dem Inneren seiner Jacke und attackierte den Soldaten". Der 23-jährige gebürtige Tiroler wich zurück und versuchte, den Angreifer mit Pfefferspray außer Gefecht zu setzen, was sich jedoch als wirkungslos erwies. "Angreifer und Soldat kamen gemeinsam zu Sturz, wobei der Tatverdächtige - wie sich auch bei der ersten Sichtung einer Videoauswertung bestätigte - unentwegt auf den Soldaten einstach", sagte Sörös. Der Soldat feuerte schließlich zumindest vier Schüsse aus seiner Glock 17 ab. Der Angreifer starb am Tatort. Das Messer wurde sichergestellt. Eine Stichschutzweste hat dem jungen Soldaten nach Polizeiangaben das Leben gerettet.

Umkreis um Botschaft abgeriegelt

Der Nahbereich um den Tatort wurde abgesperrt, die Durchfahrt im Bereich Wenzgasse - Lainzer Straße war vorerst nicht möglich. Die Polizei ordnete zudem eine Verstärkung der Überwachung der diplomatischen Einrichtungen in ganz Wien durch den polizeilichen Streifendienst an. Beim Tatort handelt es sich um ein historisches Gebäude: Die Villa Blaimschein, im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten von den jüdischen Eigentümern beschlagnahmt, war einst Schauplatz von Verhandlungen für eine provisorische österreichische Staatsregierung unter Karl Renner. Heute befindet sie sich im Eigentum der Republik Iran und dient dem Botschafter als Wohnort.

Der Tatort wurde abgeriegelt. /APA/PUNZ Salzburg24
Der Tatort wurde abgeriegelt. /APA/PUNZ

Erneut Messerattacke in Wien

Es handelt sich um die zweite Messerattacke mit schweren Folgen auf offener Straße in Wien binnen weniger Tage: Erst am Mittwochabend hatte ein 23-Jähriger beim Nestroyplatz in der Leopoldstadt eine dreiköpfige Familie schwer verletzt. Kurz darauf stach der Afghane am Praterstern noch einen Landsmann nieder, ehe er gefasst wurde.

(APA)

Aufgerufen am 16.12.2018 um 10:48 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/bundesheer-soldat-erschiesst-messerangreifer-vor-iranischer-residenz-in-wien-57999088

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