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Bus überfuhr Touristen auf Gran Canaria

Fahrer übersah die ausgestiegenen Touristen Salzburg24
Fahrer übersah die ausgestiegenen Touristen

Ein Touristenbus hat auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria beim Zurücksetzen in einer schwierigen Kurve eine Gruppe von Urlaubern angefahren. Ein Italiener starb, vier Österreicher sowie weitere fünf Touristen aus Spanien und Italien wurden verletzt. Die Urlauber gehörten nach Medienberichten zu einer Gruppe von Kreuzfahrt-Touristen, die am Samstag eine Inselrundfahrt unternommen hatte.

"Eine Dame befindet sich noch im Krankenhaus. Der Reiseveranstalter und die Botschaft kümmern sich um sie. Die anderen drei Touristen können schon nach Hause", berichtete Martin Weiss, Sprecher des Außenministeriums in Wien, über die betroffenen Österreicher am Sonntag der APA. Details über die Identität der Urlauber lägen ihm keine vor.

Auf einer kurvenreichen Strecke zwischen den Ortschaften Fataga und Tunte im Zentrum der Kanareninsel hielt der Bus an, weil mehreren Fahrgästen übel geworden war. Um besser in die nächste Kurve einbiegen zu können, setzte der Fahrer zurück. Er habe nicht gesehen, dass die ausgestiegenen Urlauber hinter dem Bus standen, teilten die Rettungsdienste laut Medienberichten mit. Ein Italiener sei von dem zurücksetzenden Fahrzeug einen fünf Meter tiefen Abhang hinuntergestoßen worden und am Unfallort gestorben. Seine Frau erlitt einen Schock.

Der Betreiber des Ausflugsbusses habe "grob fahrlässig" gehandelt, kritisierte ein Wiener, der Teil der betroffenen Touristengruppe war. "Wir waren größter Gefahr ausgesetzt", sagte der 49-Jährige im APA-Gespräch. "Die Passagiere waren den ganzen Tag in Gefahr: Der 50-Mann-Bus war viel zu groß für die Strecke. Er musste praktisch vor jeder Kurve stark bremsen, bis er in einer Serpentine aufgesessen ist. Zwei der Zwillingsräder saßen auf, die anderen Räder hingen in der Luft", schilderte der Urlauber, der nach dem Unglück noch am Samstag, wie die meisten übrigen Österreicher auch, mit einem AUA-Flug sicher in Wien-Schwechat gelandet ist.

"Im Bus herrschte Panik. Auch der Lenker wirkte panisch", sagte der Wiener, der die dem Ausflug auf der spanischen Urlaubsinsel vorangegangene Kreuzfahrt auf der MSC Armonia mit seiner Frau angetreten hatte. Insgesamt hätten rund ein Dutzend Österreicher an dem Ausflug am Abschlusstag der Reise teilgenommen.

Der Chauffeur habe die Fahrgäste gebeten auszusteigen, weil er das Fahrzeug durch die Engstelle manövrieren musste "und alle im Bus schon Panik gehabt haben", nicht weil Urlaubern schlecht gewesen wäre, wie es in spanischen Medienberichten geheißen hatte, betonte der 49-Jährige. "Dann hat er plötzlich die Herrschaft über den Bus verloren, er hat sich ungebremst selbstständig gemacht und ist in die Gruppe reingefahren." Der italienische Tourist wurde über eine Klippe geschleudert, er habe einen Schädelbruch erlitten. Mit ihm sei ein Österreicher abgestürzt, dieser Mann sei aber mit Schürfwunden davongekommen. Er sei beim Heimflug mit an Bord gewesen. "Insgesamt wurden vier Österreicher, zwei Ehepaare, mit der Rettung abtransportiert", sagte der Wiener.

Der Landausflug war der letzte Tag der Kreuzfahrt. Nach der Rundfahrt hätte der dann verunglückte Bus die Passagiere direkt zum Flughafen bringen sollen. Er überlege jetzt rechtliche Schritte gegen den Veranstalter, sagte der Wiener. Vor allem sei er aber froh, gesund wieder zu Hause zu sein.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 04.03.2021 um 08:14 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/bus-ueberfuhr-touristen-auf-gran-canaria-44996770

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