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Chinesische Kritik an Malaysia wegen Flug MH370

Nachrichtenagentur moniert Zeitverzug Salzburg24
Nachrichtenagentur moniert Zeitverzug

Malaysia verstärkt die Suche nach dem verschollenen Flugzeug mit 239 Menschen an Bord. Insgesamt 26 Länder seien an der Suche mittlerweile beteiligt, sagte Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Montag in Kuala Lumpur. In China steigt unterdessen die Empörung über die malaysischen Behörden und ihren fruchtlosen Bemühungen, das spurlose Verschwinden des Flugs MH370 am 8. März aufzuklären.

"Angesichts der heutigen Technologie riecht der Zeitverzug entweder nach Vernachlässigung von Pflichten oder einem Zögern, Informationen umfassend und rechtzeitig zu teilen. Das wäre unerträglich", schrieb die amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in einem Kommentar, den die Zeitungen am Montag verbreiteten. Das Passagierflugzeug mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf dem Weg nach Peking verschollen. Etwa zwei Drittel der Passagiere sind Chinesen.

Selbst Chinas Ministerpräsident nahm den malaysischen Premier am Telefon in die Pflicht. Die Ermittler müssten umfassendere Details und verlässliche Daten bereitstellen, habe Li Keqiang seinem Amtskollegen Najib Razak aus Kuala Lumpur gesagt, berichteten die Abendnachrichten des Staatssenders CCTV am Montag. Er hoffe, Malaysia werde den Fokus seiner Suchaktion so schnell wie möglich genau mitteilen, sagte Li Keqiang den Angaben zufolge. Zuvor hatte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua die malaysischen Behörden scharf attackiert.

Der letzte Funkspruch aus dem Cockpit der verschwundenen Malaysia Airlines-Maschine stammte nach neuesten Angaben wahrscheinlich nicht vom Piloten, sondern vom Kopiloten. Das berichtete Airline-Chef Ahmad Jauhari Yahya am Montag. Mit Sicherheit könnten die Experten aber bisher nicht sagen, wer ins Bordmikrofon sprach.

"Alright, good night" (etwa: Alles klar, gute Nacht), war der letzte Funkspruch von Flug MH370, sagte der Airline-Chef. Er ging um 01.19 Uhr Ortszeit, rund 40 Minuten nach dem Start, an die malaysische Bodenkontrolle. Die Kontrolleure hatten den Piloten kurz zuvor mitgeteilt, dass sie in Kürze vietnamesischen Luftraum erreichen würden. Das letzte Signal des Kommunikationssystems ACARS an Bord war um 01.07 Uhr abgesetzt worden. Es hätte eine halbe Stunde später das nächste Signal senden müssen, wurde den Ermittlungen zufolge aber zwischenzeitlich vorsätzlich abgestellt.

Verkehrsminister Hussein wehrte sich am Montag in Kuala Lumpur gegen Kritik aus China. "Auch Malaysia vermisst Söhne und Töchter, 50 Malaysier waren an Bord", sagte er vor der Presse. "Aber es wäre unverantwortlich, Informationen herauszugeben, die nicht verifiziert sind."

Unterdessen lief die Suche nach der Boeing 777-200 in den beiden Flugkorridoren an, die Ermittlern als mögliche Routen errechnet hatten. 26 Länder seien beteiligt, sagte der Verkehrsminister. Regierungschef Najib Razak habe persönlich mit seinen Amtskollegen in China und Australien gesprochen. Sämtliche Länder entlang der beiden Flugrouten seien ebenfalls kontaktiert worden.

Malaysia trage unvermeidlich Verantwortung, aber auch andere Beteiligte wie der Flugzeugbauer Boeing, der Triebwerkshersteller Rolls Royce und die "Geheimdienst-Supermacht USA" hätten "bessere Arbeit leisten sollen", hieß es im Xinhua-Kommentar. Dass die neuen Erkenntnisse nur mit "schmerzhafter" Verspätung veröffentlicht worden seien, habe Gerüchte aufkommen lassen, was die Nerven der wartenden Familien wiederholt aufgerieben habe, beklagte die staatliche Agentur.

Die Boeing war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking eine Stunde nach dem Start vom Radar der zivilen Luftfahrtbehörde verschwunden und ist seitdem spurlos verschwunden. Die malaysische Polizei ermittelt wegen Entführung, Sabotage und Terroranschlägen. Sie geht davon aus, dass jemand an Bord absichtlich die Kommunikationssysteme abstellte. Das Flugzeug flog nach den Ermittlungen noch stundenlang weiter.

(Quelle: S24)

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