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Berührend

Rüstige Senioren begeistern mit Spenden-Aktionen

Stiegen steigen und Rollator-Runden

Margaret Payne (90) will es einem fast 100-jährigen Kriegsveteranen gleich tun und eine große Spende für das britische Gesundheitswesen sammeln. Die schottische Seniorin hat das Ziel, 282 Mal ihre Stiegen hochzugehen. Das entspricht der Höhe eines Berges in Schottland, den sie zum ersten Mal als Jugendliche erklommen hatte. Dabei hat Payne seit ihrer Kindheit schon Probleme mit den Knien.

Das Geld soll dem staatlichen Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) und einem Hospiz zugutekommen, in dem ihr Mann gepflegt worden war. Sie sei vom 99-jährigen Engländer Captain Tom Moore inspiriert worden, sagte die gehbehinderte Pensionistin.

Fast 100-Jähriger dreht 100 Runden im Garten

Der Senior, der Ende April 100 Jahre alt wird, schaffte 100 Runden am Rollator in seinem Garten - und sammelte auf diese Weise auf einer Spendenseite bis Freitagnachmittag schon mehr als 18 Millionen Pfund (etwa 21 Millionen Euro). Das Geld kommt ebenfalls dem NHS zugute.

Moores ursprüngliches Ziel waren nur 1.000 Pfund. Er wollte mit seiner Aktion den NHS-Mitarbeitern für die Behandlung seines Hautkrebses und einer gebrochenen Hüfte danken. Sogar Prinz William (37) spendete und ist begeistert von dem Mann; er sei eine "Legende". In einer Petition fordern Briten, Moore müsse zum Ritter geschlagen werden.

Spenden für Gesundheitsdienst in Corona-Krise

Payne hatte sich 10.000 Pfund als Ziel gesetzt - bis Freitagnachmittag kam aber schon über zehn Mal so viel zusammen. Sie startete ihre Spendenaktion am Ostersonntag und hofft, sie in knapp zwei Monaten beendet zu haben. Die NHS-Mitarbeiter seien wundervoll.

Für die Ärzte und Pfleger muss so viel Lob Balsam auf der Seele sein. Der NHS ist chronisch unterfinanziert, was sich besonders während der Corona-Pandemie bemerkbar macht. Mehr als 14.500 Menschen sind in Großbritannien schon an der Lungenkrankheit Covid-19 in Kliniken gestorben. Tote in Pflegeheimen sind noch nicht eingerechnet.

Schutzausrüstung und Beamtungsgeräte fehlen

Besonders dramatisch: Es mangelt an Schutzausrüstung, Masken, Personal und Beatmungsgeräten. Einmal wöchentlich wird daher öffentlich für die NHS-Mitarbeiter, die unter solchen Bedingungen arbeiten müssen und alles geben, kräftig geklatscht.

"Jeden Tag riskieren sie ihr Leben", sagte die 90-jährige Payne, die nun auf ihre Weise helfen will und sich die Stiege immer wieder hinauf quält. Das Bergsteigen habe sie, auch wegen ihrer Knieprobleme, nie besonders gemocht, wohl aber das Angeln, sagte die Seniorin aus Ardvar im Norden Schottlands. Noch heute gehe sie gern bei gutem Wetter im Garten spazieren - aber nicht bei starkem Wind, da ihr Haus ziemlich hoch liege. "Ich habe dann Angst, umgeweht zu werden."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 28.05.2020 um 01:32 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/corona-krise-ruestige-senioren-begeistern-mit-spendenaktionen-86394271

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