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Ratten und Füchse am Teller

Delikatessen-Markt als Corona-Brutstätte

Virus verbreitete sich am Huanan-Markt

Huanan-Markt, China, Corona-Virus ASSOCIATED PRESS
Am Markt in Wuhan reicht das Angebot von Schlange bis Fuchs.

Die Chinesen rühmen sich, "alles zu essen, was vier Beine hat außer Tischen, alles was schwimmt außer Schiffen und alles was fliegt außer Flugzeugen". Der Huanan-Markt in der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan erfüllte auch die exotischsten Kundenwünsche. Von dort breitete sich offenbar das neuartige Coronavirus aus, an dem bisher 17 Menschen starben.

Die ersten Infizierten im Dezember waren Händler, seither ist der Markt geschlossen. "Huanan-Markt für Meeresfrüchte" lautet der offizielle Name des Marktes. Doch in Wirklichkeit wurde dort weit mehr verkauft. Ratten, Füchse, Krokodile, Wolfswelpen, Riesensalamander, Schlangen, Pfaue und Kamelfleisch bietet beispielsweise ein Händler in seiner Werbebroschüre an.

Zibetkatzen lösten SARS-Epidemie aus

Auch Zibetkatzen stehen auf der Angebotsliste - jene Wildtiere, von der die gefährliche Atemwegserkrankung SARS ausging. In den Jahren 2002/2003 starben daran 774 Menschen, die meisten in Festland-China und Hongkong. "Frisch geschlachtet und tiefgekühlt" liefere er die Zibetkatzen auch nach Hause, verspricht der Händler in dem Prospekt - obwohl der Verzehr der Zibetkatze verboten ist.

Unklar, von wem Coronavirus ausgeht

Auf dem Markt in Wuhan seien illegal Wildtiere verkauft worden, räumte der Direktor des chinesischen Zentrums für Seuchenkontrolle, Gao Fu, inzwischen ein. Ob diese tatsächlich den neuen Virus einschleppten, konnte er nicht sagen. Wissenschafter vermuten auf Grundlage von Analysen der Gensequenz des neuen Virus 2019-nCoV, dass der Erreger von Schlangen und Fledermäusen auf den Menschen übertragen worden sein könnte - weitere Zwischenwirte nicht ausgeschlossen.

Therapeutische Wirkung von Wildtieren

In China werden einige Wildtiere nicht wegen ihres Geschmacks, sondern der angeblichen therapeutischen Wirkung wegen gegessen. Das könne gefährlich für die Gesundheit sein, warnt Christian Walzer von der US-Naturschutz-Stiftung Wildlife Conservation Society. 70 Prozent der neuen Infektionskrankheiten stammten von Wildtieren, sagt Walzer. Die Ansteckung erfolge häufig auf Märkten - die breite Angebotspalette birgt also ernsthafte Risiken.

(Quelle: APA)

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