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Chronic Wasting Disease

Forscher warnt vor Gefahren der Zombie-Krankheit

20171102_PD7124.HR.jpg AFP/Mauro Pimentel/Archiv
Eine Übertragung der Zombie-Krankheit auf den Menschen wurde bislang nicht beobachtet (Symbolbild).

Die US-Behörden sorgen sich vor einer ansteckenden Hirnkrankheit bei Elchen und anderem Wild: Die sogenannte Chronic Wasting Disease (CWD), oft "Zombie-Krankheit" genannt, hat nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mittlerweile in 24 US-Staaten sowie in zwei kanadischen Provinzen Hirsche oder Elche befallen.

CWD ist eine ansteckende Prionenerkrankung, ähnlich wie Rinderwahn (BSE) und Scrapie bei Schafen. Sie greift das zentrale Nervensystem an und sorgt dafür, dass infizierte Tiere immer ausgezehrter und schlapper werden - deshalb der Beiname Zombie-Krankheit. Fälle, in denen CWD auf Menschen oder Haustiere übertragen wurden, sind bisher nicht bekannt.

Zombie-Krankheit: Übertragung auf Menschen?

Nun hat der hochrangige US-Forscher Michael Osterholm die Diskussion über eine Übertragung auf den Menschen ins Rollen gebracht. Diese wurde bisher als unwahrscheinlich betrachtet. Auch die US-Behörde CDC schreibt weiterhin: "Bisher hat es keine Fälle einer CWD-Infektion bei Menschen gegeben." Allerdings deuteten Studien darauf hin, dass ein Risiko für manche nicht-menschlichen Primatenarten bestehe.

Forscher hält Fälle bei Menschen für möglich

Osterholms Warnung fiel dennoch drastisch aus. "Es ist wahrscheinlich, dass Fälle von CWD beim Menschen in den kommenden Jahren dokumentiert werden, die mit dem Verzehr von kontaminiertem Fleisch in Verbindung stehen", sagte er in diesem Monat im Parlament des US-Staates Minnesota. Es sei möglich, dass sich menschliche Fälle häuften und keine isolierten Ereignisse darstellten, ergänzte der Direktor des Zentrums für Infektionskrankheiten an der Universität von Minnesota.

"Können nicht auf erste Fälle warten"

"Sollten wir infiziertes Wild essen? Was ist das Risiko? Wir haben keine Beweise für menschliche Fälle. Aber das Problem damit ist das verzögerte Auftreten", sagte der Wissenschafter und verwies dabei auf seine jahrelange Forschung zu BSE. Ob sich jemand infiziert habe, könne man erst später feststellen. "Wir können nicht auf die ersten Fälle warten."

20170316_PD14697.HR.jpg AFP/Jonathan Nackstrand/Archiv
In Norwegen wurden mehr als 1.400 wildlebende Rentiere erschossen, nachdem einigen CWD festgestellt worden war (Symboblbild).

CWD: Spezies-Barriere bei Übertragung

Ist das Panikmache oder berechtigte Sorge? Das Friedrich-Loeffler-Institut teilt mit, dass laut Studien eine erhebliche Speziesbarriere bei der Übertragung von CWD auf den Menschen zu bestehen scheine. Es gebe auch keine Hinweise auf CWD-Übertragungen auf den Menschen. "Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand kann eine Übertragung von CWD auf den Menschen zwar nicht mit allerletzter Sicherheit ausgeschlossen werden, das Risiko dafür kann aber als äußerst gering angenommen werden", so das Institut.

1.400 Rentiere in Norwegen erschossen

In Norwegen beobachtet man die Erkrankung ganz genau. Vor einem Jahr wurden dort in der Region Nordfjella mehr als 1.400 wildlebende Rentiere erschossen, nachdem bei 17 der Tiere CWD festgestellt worden war. Bis heute wurden mehr als 70.000 Tiere untersucht.

(APA)

(Quelle: APA)

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