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Das wollen SPÖ und ÖVP in der Steuerreform umsetzen

Die Regierungsparteien stellten diese Woche ihre Pläne zur Steuerreform vor. APA
Die Regierungsparteien stellten diese Woche ihre Pläne zur Steuerreform vor.

Die Regierungsparteien haben am Mittwoch beim Ministerrat ihre Standpunkte bei der Steuerreform dargestellt. Wir bringen Klarheit in den Steuerdschungel und zeigen die Unterschiede der beiden Ansätze auf.

Die ÖVP will mit ihrer Steuerreform eine Entlastung von rund fünf Mrd. Euro erzielen. Dabei sollen keine neuen Steuern eingeführt werden. Die SPÖ wiederum will eine Millionärsabgabe sowie eine Erbschafts- und Schenkungssteuer. Eine Entlastung von rund sechs Mrd. Euro wird dabei erwartet.

Das will die ÖVP

  • Volumen: Fünf Milliarden Euro ab 2016
  • Entlastung: Jährlich rund 900 Euro für jeden Erwerbstätigen. Das macht 3,8 Mrd. Euro des Fünf-Milliarden-Volumens aus
  • Spitzensteuersatz: Ab 100.000 Euro im Jahr
  • Eingangssteuersatz: 25 Prozent bei 1. Tarifstufe (bis 16.000 Euro Jahresbrutto); 35 Prozent bei 2. Tarifstufe (16.000 bis 30.000 Euro Jahresbrutto)
  • Finanzierung: Betrugsbekämpfung, Steuerausnahmen-Streichung, Sparen und Länderbeteiligung

 

 

Das Steuerpaket der ÖVP sieht Entlastungen in Höhe von fünf Mrd. Euro jährlich ab 2016 vor, aber keine neuen Steuern. Weitere zwei Mrd. Euro sollen ab 2019/20 eingespart werden. Kernpunkt des Programms ist die Senkung des Eingangssteuersatzes (aktuell ab 11.000 Euro Jahresgehalt) auf 25 Prozent. Die Finanzierung soll u.a. über Betrugsbekämpfung und Reformen erfolgen. Zum Teil soll sich das Paket selbst finanzieren, auch die Länder sollen beitragen.

Das will die SPÖ

  • Volumen: Sechs Milliarden Euro
  • Entlastung: Jährlich rund 1.400 Euro für jeden Erwerbstätigen
  • Spitzensteuersatz: Ab 80.000 Euro im Jahr
  • Eingangssteuersatz: 25 Prozent von 1.200 bis 2.200 Euro monatlich, fast gesamtes Volumen für Steuersenkung
  • Finanzierung: Vermögenssteuern, Betrugsbekämpfung, Sparen, Ausgabenstreichen und "Selbstfinanzierung"

 

 

 

Grundsätzlich vertritt die SPÖ das Steuersenkungsmodell von ÖGB und Arbeiterkammer. Damit sollen knapp sechs Mrd. Euro in die Senkung des Eingangssteuersatzes (von 36,5 auf 25 Prozent), die Abflachung der Steuerprogression (Anstieg der Steuer bei höherem Einkommen) und die Anhebung der Negativsteuer (Arbeitslosengeld und Grundsicherung) für Geringverdiener fließen. Die Millionärsabgabe wird mit 1,5 Milliarden beziffert, Erbschafts-und Schenkungssteuern mit 500 Millionen. Eine Mrd. Euro soll die Konsum- und Konjunkturbelebung als "Selbstfinanzierung" hereinbringen sowie drei Mrd. durch Steuerbetrugsbekämpfung (Registrierkassenpflicht).

 

(Quelle: S24)

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