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Depression: Jeder zweite Österreich kennt Betroffenen

75 Prozent halten Depressionen für eine ernste Krankheit APA (dpa)
75 Prozent halten Depressionen für eine ernste Krankheit

Die Österreicher sind sich bewusst, dass Depression eine ernste Krankheit ist, die jeden treffen kann. Das Verständnis rührt wohl auch aus persönlichen Erfahrungen: Jeder Zweite hat einen Betroffenen im Umfeld, jeder Vierte durchlebte nach eigener Einschätzung bereits selbst eine depressive Episode, bei 13 Prozent wurde die Krankheit vom Arzt diagnostiziert, ergab eine spectra-Umfrage.

74 Prozent der 500 im September telefonisch interviewten Über-15-Jährigen vertraten die Ansicht, dass Depressionen jeden treffen können. 75 Prozent beantworteten die Frage, ob es sich dabei um eine ernste Krankheit handle, mit "trifft sehr zu" oder "trifft zu".

Frauen sind mehr sensibilisiert als Männer

Ebenso viele wissen, dass man mit Ratschlägen wie "Reiß dich zusammen" oder "Sieh nicht alles so negativ", einem Kranken nicht helfen kann. Generell sind Frauen und ältere Personen hier mehr sensibilisiert als Männer und Jüngere.

Depression: Schulmedizin spricht Männer eher an

Als wirksamste Behandlung von Depressionen erachten 65 Prozent eine Psychotherapie oder eine psychologische Betreuung, 62 Prozent Medikamente und 56 Prozent eine Kombination aus beidem. Pflanzliche oder homöopathische Präparate halten 29 Prozent für zielführend, Lichttherapie 28 Prozent. Frauen und ältere Personen tendieren eher zu sanfteren Behandlungsmethoden, Männer und Jüngere zur Schulmedizin.

Nur vier Prozent würden Depression unbehandelt lassen

Sollten sie Anzeichen einer Depression an sich selbst bemerken, würden sich 71 Prozent an ihren Hausarzt wenden. Auch Psychiater (31 Prozent) und Psychologen (37 Prozent) werden als kompetente Anlaufstellen empfunden. 43 Prozent würden sich dem Partner oder einem Familienmitglied anvertrauen, zehn Prozent das Internet konsultieren. Einfach warten, dass es vorübergeht, ist nur für vier Prozent eine Option.

50 Prozent sehen Ausbaufähigkeit bei Therapie

Mehr als die Hälfte der Befragten zeigte sich überzeugt, dass die ärztliche und psychotherapeutische Versorgung Depressiver in Österreich ausbaufähig ist: 33 Prozent bezeichneten die Lage als "gut, aber etwas verbesserungswürdig", 21 Prozent als "stark verbesserungswürdig". Als "sehr gut" schätzten sie nur 13 Prozent ein. 39 Prozent bezweifeln zudem, dass Menschen mit Depressionen in ihrem sozialen Umfeld ausreichend Verständnis bekommen.

(APA)

Aufgerufen am 10.12.2018 um 09:48 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/depression-jeder-zweite-oesterreich-kennt-betroffenen-60291040

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