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Corona lässt Depression und Panikattacken steigen

Frauen "unverhältnismäßig stark" betroffen

Depression APA/dpa/Victoria Bonn-Meuser
Die Corona-Krise hat laut einer neuen Studie weltweit die Zahl von Depression und Panikattacken steigen lassen. (SYMBOLBILD)

Um mehr als ein Viertel gestiegen sind die Fälle von Depressionen und Panikattacken im ersten Jahr der Corona-Pandemie einer Studie zufolge weltweit. Die am Samstag in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Studie schätzte, dass vergangenes Jahr weltweit 52 Mio. Menschen mehr an einer schweren depressiven Störung litten, als es ohne Pandemie der Fall gewesen wäre.

Die Zahl der unter Angstzuständen leidenden Menschen lag demnach um 76 Mio. höher.

 

Zusammenhang von Corona-Zahlen und psychischen Erkrankungen

Die Forscher analysierten für die Schätzung Daten aus Nordamerika, Europa und Ostasien und erstellten ein Modell für das erwartete Auftreten von Depressionen und Angstzuständen. Die Studie zeigte, dass die am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder mit der größten psychischen Belastung konfrontiert waren. Dabei bestand ein enger Zusammenhang zwischen hohen Covid-Fallzahlen, Bewegungseinschränkungen und erhöhten Raten von Depressionen und Angstzuständen.

Anstieg bei Depression und Angstzuständen

Wäre die Pandemie nicht aufgetreten, hätten die Forscher weltweit mit 193 Mio. Fällen von Depression gerechnet. Tatsächlich wurden im vergangenen Jahr 246 Mio. Fälle beobachtet. Bei den Angstzuständen sagten die Modelle 298 Mio. Fälle weltweit ohne Covid-19 voraus, während die tatsächliche Zahl der Fälle im vergangenen Jahr 374 Mio. betrug. Der relative Anstieg der beiden Erkrankungen betrug demnach 28 beziehungsweise 26 Prozent.

Studienautor fordert Stärkung psychosozialer Dienste

Die Ergebnisse machten deutlich, dass die psychosozialen Dienste "dringend gestärkt werden müssen, um die wachsende Belastung durch schwere Depressionen und Angststörungen weltweit zu bewältigen", sagte der Hauptautor der Studie, Damian Santomauro, von der School of Public Health der University of Queensland in Australien. Die Deckung des zusätzlichen Bedarfs an Psychologen, Psychiatern und Sozialarbeitern "wird eine Herausforderung sein", sagte Santomauro - aber nichts zu unternehmen sei keine Option.

Besonders Frauen hart getroffen

Die Analyse ergab zudem, dass Frauen unverhältnismäßig stark betroffen sind. Das ist demnach vor allem darauf zurückzuführen, dass die Pandemie-Maßnahmen in den meisten Ländern die bestehenden gesundheitlichen und sozialen Ungleichheiten noch verschärfen. Die zusätzlichen Betreuungs- und Haushaltspflichten wurden hauptsächlich von Frauen übernommen. Frauen sind zudem weitaus häufiger Opfer häuslicher Gewalt, die während der Pandemie stark zugenommen hatte.

Auch junge Erwachsene stark belastet

Doch auch bei den 20- bis 24-Jährigen schlug sich die Pandemie der Studie zufolge überdurchschnittlich auf die Psyche nieder. Ein wichtiger Grund dafür sei, dass die Schließung von Schulen und Hochschulen die Möglichkeiten junger Menschen stark eingeschränkt habe, zu lernen, mit Gleichaltrigen in Kontakt zu treten und einen Arbeitsplatz zu finden.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 25.10.2021 um 05:48 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/depressionen-und-panikattacken-waehrend-corona-um-ein-viertel-gestiegen-110649373

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