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Der Fall Jaber al-Bakr: Eine Chronologie

Der 22-Jährige wurde am Mittwoch tot aufgefunden. AFP PHOTO / dpa / Sebastian Willnow
Der 22-Jährige wurde am Mittwoch tot aufgefunden.

Der 22-jährige Terrorverdächtige Jaber al-Bakr hat sich am Mittwochabend in seiner Zelle in der die Justizvollzugsanstalt in Leipzig mit seinem Hemd an einem Gitter erhängt. Ihm wird vorgeworfen, einen Bombenanschlag auf einen Berliner Flughafen geplant zu haben. Wochenlang waren ihm die Geheimdienste und Ermittler auf der Spur, ehe er am Wochenende verhaftet werden konnte. Ein Rückblick auf den Fall Jaber al-Bakr:

19. Februar 2015: Der Syrer reist nach Deutschland ein, wird in München registriert und zur Erstaufnahme in Chemnitz weitergeleitet.

10. März: Al-Bakr zieht nach Eilenburg in Nordsachsen

9. Juni: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gibt dem direkt am 19. Februar gestellten Asylantrag von al-Bakr statt. Der Syrer erhält einen auf drei Jahre befristeten Aufenthaltstitel.

September 2016: Der Bundesnachrichtendienst und das Bundesamt für Verfassungsschutz werden auf den 22-Jährigen aufmerksam. Der Syrer recherchiert im Internet über die Herstellung von Sprengsätzen und beschafft - vermutlich mit einem Komplizen - die Grundstoffe dafür.

6. Oktober: Das Bundesamt für Verfassungsschutz macht Al-Bakr als Schlüsselfigur eines geplanten Anschlages der Terrororganisation "Islamischer Staat" in Deutschland aus. Er soll sich gegen Züge oder Berliner Flughäfen richten. Al-Bakr wird rund um die Uhr observiert.

7. Oktober: Der Syrer will Heißkleber kaufen, für die Ermittler das Signal, dass er eine Bombe fertigstellen will. Der Verfassungsschutz benachrichtigt die Polizei in Chemnitz.

https://twitter.com/PolizeiSachsen/status/785021854713049088

8. Oktober: Die Polizei versucht, Al-Bakr in der Wohnung eines Bekannten festzunehmen, doch er kann flüchten. Die Beamten stellen dort Sprengstoff sicher. Der Mieter der Wohnung wird als mutmaßlicher Mittäter festgenommen.

https://twitter.com/PolizeiSachsen/status/784795449907707904

9./10. Oktober: Die deutsche Bundesanwaltschaft in Karlsruhe zieht die Ermittlungen an sich. Die Polizei fahndet weiter deutschlandweit nach Al-Bakr, der bis Leipzig kommt. Ein Syrer nimmt ihn auf, erkennt ihn aber und holt Freunde. Gemeinsam überwältigen sie Al-Bakr und übergeben ihn der Polizei.

https://twitter.com/PolizeiSachsen/status/785330640371740672

10. Oktober: Ein Gericht erlässt Haftbefehl wegen Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

12. Oktober: Der Syrer wird erhängt in seiner Zelle in der Leipziger Justizvollzugsanstalt gefunden.

(APA)

(Quelle: S24)

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