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Deutlich mehr entführte Journalisten 2014

US-Journalist Foley entführt und ermordet Salzburg24
US-Journalist Foley entführt und ermordet

Die Pressefreiheit ist in diesem Jahr durch einen starken Anstieg der Entführungen von Journalisten und die "barbarische" Ermordung von Reportern bedroht worden. 2014 seien weltweit 119 Journalisten entführt worden und damit 37 Prozent mehr als im Vorjahr, heißt es in der am Dienstag von der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen vorgestellten "Jahresbilanz der Pressefreiheit".

2013 hatte sich die Zahl der Journalisten-Entführungen bereits auf 87 verdoppelt. Die Zahl der wegen ihrer Arbeit ermordeten Journalisten sank nach 71 im vergangenen Jahr dem Bericht zufolge zwar auf 66. Reporter ohne Grenzen hob aber die Grausamkeit einiger Morde hervor.

"In einigen Regionen erleben wir eine neue Qualität der Gewalt im Umgang mit Journalisten, die erschreckt", erklärte die Vorstandssprecherin von Reporter ohne Grenzen, Astrid Frohloff. "Medienwirksam inszenierte Enthauptungen" durch die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) und "massenhafte Übergriffe gegen Journalisten in einigen Ländern zeugen von einer menschenverachtenden Haltung und extremen Geringschätzung der Pressefreiheit". Journalisten dürften nicht zur "Verfügungsmasse für die Propaganda von Terrorgruppen, Kriminellen oder autoritären Staaten" werden. Sie müssten "gerade in Krisengebieten wirksamer als bisher geschützt werden", forderte Frohloff.

Die Enthauptung der in Syrien entführten US-Reporter James Foley und Steven Sotloff durch IS-Kämpfer hatte in den vergangenen Monaten weltweit für Entsetzen gesorgt. "Selten zuvor ist der Tod von Reportern mit einem so barbarischen Sinn für Propaganda inszeniert worden", heißt es dazu im Bericht von Reporter ohne Grenzen. In der englischsprachigen Ausgabe des Berichts heißt es, die Morde würden "immer barbarischer".

Insgesamt wurden in Syrien in dem zu Ende gehenden Jahr 15 professionelle Journalisten getötet, mehr als in jedem anderem Land der Welt. In den Palästinensergebieten kamen sieben Journalisten ums Leben, in der Ukraine sechs, im Irak und in Libyen jeweils vier. Weltweit wurden 2014 auch 19 Bürgerjournalisten getötet.

Das Risiko, entführt zu werden, war für Journalisten in der Ukraine besonders hoch: 2014 wurden in dem von schweren Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten erschütterten Land 33 Reporter entführt. Im nordafrikanischen Krisenstaat Libyen waren es 29, in Syrien 27, im Irak 20 und in Mexiko drei.

Neben den Entführungen wuchs auch die Zahl der Journalisten, die wegen Drohungen, Gewalt oder staatlicher Repressionen aus ihrer Heimat flüchteten. Die Zahl der Reporter ohne Grenzen bekannten Fälle verdoppelte sich auf 139.

(Quelle: S24)

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