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Kurz habe Strache hofiert

So reagiert deutsche Politik auf #Ibizagate

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kommt offenbar an.  SN/APA (dpa)/Christian Charisius
Der frühere SPD-Chef Martin Schulz gab Kurz eine Mitschuld an dem Ibiza-Eklat.

Deutschlands Regierung findet das Handeln des Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in der Ibiza-Affäre nachvollziehbar. Deutsche Politiker warnten unterdessen vor einer Zusammenarbeit mit Rechtspopulisten. AfD-Chef Alexander Gauland sieht dagegen keine Auswirkungen auf seine Partei.

"Die Bundesregierung hat die Entscheidung des österreichischen Bundeskanzlers Kurz, als Konsequenz aus den jüngsten Ereignissen Neuwahlen anzustreben, zur Kenntnis genommen; und die Entscheidung von Bundeskanzler Kurz ist nachvollziehbar", sagte die Vize-Regierungssprecherin Martina Fietz am Montag in Berlin.

Vorwurf: Kurz hat Strache hofiert

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak wies im Sender n-tv darauf hin, dass "die AfD ja quasi die Schwesterorganisation dieser Leute ist, die jetzt aufgeflogen sind". Der frühere SPD-Chef Martin Schulz gab Kurz eine Mitschuld an dem Eklat. Schulz sagte der "Bild"-Zeitung: "Er hat ihn (Heinz-Christian Strache, Anm.) in die Regierung geholt, er hat ihn hofiert."

Kurz versuche jetzt, sich durch seine Entscheidung für Neuwahlen in Österreich zum "Saubermann" zu machen. Strache sei aber "nur möglich über Kurz" gewesen.

"Österreich in Hände der FPÖ gelegt"

Ähnlich argumentierte die Europa-Spitzenkandidatin der Grünen: "Sebastian Kurz ist nicht das Opfer. Er hat den Staat Österreich in die Hände der FPÖ gelegt. Und das ist das Kernproblem", sagte sie in der ARD.

AfD-Gauland zu #Ibizagate: "Österreichisches Problem"

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg zog Parallelen zwischen FPÖ und AfD. "Der falsche Patriotismus, den viele Rechtspopulisten vor sich hertragen, ist hier erstmals in voller Schäbigkeit entlarvt worden", sagte sie dem Portal "Focus Online". Dies müsse auch für Deutschland "eine deutliche Mahnung" sein.

AfD-Chef Alexander Gauland sieht dagegen keine Auswirkungen auf seine Partei. "Es handelt sich um ein österreichisches Problem, das für Deutschland oder Italien keine Rolle spielt und mit dem wir nichts zu tun haben", sagte er dem "Tagesspiegel".

(APA)

(Quelle: APA)

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