Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Deutsche Pressestimmen zur ÖVP-FPÖ-Koalition

Die neue Koalition ist auch in Deutschland Thema. ALEX HALADA / AFP
Die neue Koalition ist auch in Deutschland Thema.

Der künftige Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland angekündigt. Auch in der deutschen Presse ist die neue Regierung am Montag Thema. Ein Überblick.

"Die Welt" (Berlin):

"Deutsche Politiker täten gut daran, gelassen zu reagieren. Österreich steht nicht am Abgrund, wie es von links tönt. Und es ist auch nicht das Musterland, dem Deutschland in der Flüchtlingspolitik folgen sollte - wie es aus der CSU schallt. Gut, dass ein Land und ein Politiker die Chance bekommen, eine restriktive Einwanderungspolitik nicht nur zu fordern, sondern zu verwirklichen, und zwar im Einklang mit der heimischen Verfassung und dem europäischen Regelwerk. Es wird interessant sein zu verfolgen, wie weit Österreichs Regierung damit kommt. Und ob sie zur Lösung des Flüchtlingsproblems beiträgt."

"Tagesspiegel" (Berlin):

"Die Ansichten der FPÖ decken sich in vielen Punkten mit denen der AfD. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel wird das Streben nach europaweiten Lösungen bei der Aufnahme von Flüchtlingen jetzt noch schwieriger. Kann sie die Rechtspopulisten auf Bundesebene noch ignorieren, sind sie im wichtigen Nachbarland Österreich jetzt ihre Gesprächspartner."

"Frankfurter Rundschau":

"Die Koalitionspartner in Wien haben sich die Rollen aufgeteilt. Die rechte FPÖ gibt die nationale Wach- und Schließgesellschaft: Sie befehligt die Soldaten an den Grenzen und die scharfe 'Fremdenpolizei' im Innern. Asylbewerber werden künftig kaserniert; Geld wird ihnen abgenommen. Wer nicht abgeschoben werden kann, kriegt so wenig Geld, dass er klauen gehen muss. Die Konsequenz ist durchaus gewollt. Integration war gestern. Die konservative ÖVP mit dem wendigen Sebastian Kurz an der Spitze ist für das Biedermeier zuständig. Darunter muss man sich eine kleinunternehmerische Gesellschaft mit 'Handschlagqualität' vorstellen, wo man einander kennt und begünstigt und wo alle illegalen Absprachen bombenfest halten."

"Hannoversche Allgemeine Zeitung":

"Neben ihm sieht sogar der 39-jährige französische Präsident Emmanuel Macron alt aus: Sebastian Kurz, 31, smart, konservativ, neuer österreichischer Kanzler. Raunend registriert ganz Europa einen neuen Stil. In Paris gewann die Bewegung EnMarche, in Wien die neue Liste Sebastian Kurz. Populäre Personen basteln sich fix die für sie passende Partei: Ist dies der Weg, mit dem auch die Deutschen mehr Bewegung in ihre Politik bringen könnten? Doch in Deutschland wird so etwas schwer; quer durch die Parteien gibt es eine gesunde Skepsis gegenüber politischen Wunderkindern und ihren angeblichen Sonderbegabungen. Auch inhaltlich bleibt Berlin gut beraten, allen rundum spürbaren Aufwallungen zum Trotz Maß und Mitte zu bewahren."

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 08.03.2021 um 07:23 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/deutsche-pressestimmen-zur-oevp-fpoe-koalition-57581389

Kommentare

Mehr zum Thema