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Deutscher bei Anschlag in Kabul getötet

Ziel des Anschlags war französisches Kulturzentrum Salzburg24
Ziel des Anschlags war französisches Kulturzentrum

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein französisches Kulturzentrum in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein Deutscher ums Leben gekommen. Das teilte der Innenminister Afghanistans am Nachmittag mit. 20 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte die Berichte zunächst weder bestätigen noch dementieren.

Der 15 oder 16 Jahre alte Jugendliche hatte den Sprengsatz in der Aula einer Schule gezündet, die auch das französische Kulturzentrum für Aufführungen nutzt. "Er hatte sich unter die Zuschauer einer Theateraufführung gemischt", sagte der Polizeichef Kabuls. Den Sprengstoff habe er in der Unterwäsche versteckt gehabt.

Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid sagte, der Attentäter habe den Anschlag verübt weil die Veranstaltung eine "Beleidigung islamischer Werte" sei. ER habe damit auch "Propaganda von jihadistischen Operationen, insbesondere von Selbstmordattentätern verbreiten" wollen.

Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande verurteilte den Anschlag als "abscheulich". Er drücke die Solidarität Frankreichs mit den Opfern und ihren Familien aus, teilte der Elysee-Palast am Donnerstag mit. Indem die Terroristen diesen Ort des Dialogs zur Zielscheibe nähmen, hätten sie Kultur und Kreativität im Visier, so Hollande zu dem Selbstmordanschlag. Auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius verurteilte den Terrorakt aufs Schärfste. Es sei eine barbarische Tat.

Das Kulturzentrum befindet sich im Zentrum der Stadt Kabul, nicht weit vom Präsidentenpalast entfernt. Es teilt sich das Areal mit der Istiklal-Oberschule, einer von Frankreich finanzierten Einrichtung, in der bereits Generationen afghanischer Kinder lernten. Eröffnet wurde das Kulturzentrum im Jahr 1970, von 1983 bis 2002 blieb es jedoch angesichts einer Reihe von Kriegen in Afghanistan geschlossen. 2003 wurde es wiedereröffnet und 2010 renoviert.

Erst am Donnerstag in der Früh hatte sich nahe Kabul ein Selbstmordattentäter der islamistischen Taliban in die Luft gesprengt und mindestens sechs afghanische Soldaten getötet. Der Attentäter war zu Fuß unterwegs; der Anschlag richtete sich gegen einen Bus, in dem die Soldaten unterwegs waren. Ein Sprecher der Taliban übernahm in einer Erklärung die Verantwortung für den Angriff.

Die beiden Angriffe vom Donnerstag ereigneten sich etwas mehr als zwei Wochen vor dem Ende des NATO-geführten Kampfeinsatzes in Afghanistan und zwei Tage nach der Veröffentlichung eines US-Senatsberichts über Folterverhöre des US-Geheimdienstes CIA nach den Anschlägen vom 11. September 2001. In den vergangenen Wochen hatte es in der afghanischen Hauptstadt wieder vermehrt tödliche Anschläge gegeben. Die Islamisten griffen dabei neben einheimischen und ausländischen Soldaten auch Diplomatenfahrzeuge und Wohnanlagen an, in denen Ausländer wohnen.

(Quelle: S24)

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