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Zittern ums Kanzleramt

Union und SPD bei Deutschland-Wahl Kopf an Kopf

Laschet und Scholz wollen jeweils Regierung bilden

Bei der Bundestagswahl in Deutschland zeichnet sich nach ersten Hochrechnungen der Fernsehsender ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Christ- und Sozialdemokraten ab. Das ZDF sah die SPD am Sonntag mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz knapp in Front. Nach Berechnungen der ARD lagen beide praktisch gleichauf. Demnach kam die SPD auf 25,8 bis 24,9 Prozent (2017: 20,5). Die CDU/CSU mit Spitzenmann Armin Laschet büßte rund 7 Punkte ein und landete bei 24,2 bis 24,7 Prozent (2017: 32,9).

Die Christdemokraten erlitten damit empfindliche Verluste und erzielten ihr schlechtestes Ergebnis seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949. Auf dem dritten Platz rangieren die Grünen mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit 14,7 bis 14,8 Prozent (2017: 8,9), die ihren Stimmenanteil damit annähernd verdoppelten. Die rechtspopulistische AfD erreichte 10,1 bis 11,3 Prozent (2017: 12,6), die FDP (Liberale) 11,2 bis 11,8 Prozent (2017: 10,7). Die Partei die Linke kam demnach auf 5 Prozent (2017: 9,2).

Laschet will Regierung bilden

Der CDU/CSU-Kanzlerkandidat Laschet will trotz des schwachen Abschneidens bei der deutschen Bundestagswahl versuchen, eine unionsgeführte Regierung zu bilden. "Deutschland braucht jetzt eine Zukunftskoalition, die unser Land modernisiert", sagte er. SPD-Kanzlerkandidat Scholz hat sich hocherfreut über das Abschneiden seiner Partei bei der deutschen Bundestagswahl geäußert. "Natürlich freue ich mich über das Wahlergebnis", sagte Scholz am Sonntagabend in Berlin. "Das ist ein großer Erfolg." Viele Wählerinnen und Wähler hätten deutlich gemacht, dass sie einen "Wechsel in der Regierung" wollten und dass der nächste Kanzler Olaf Scholz heißen solle.

Nach den Berechnungen von ARD und ZDF (18 Uhr) kam die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz auf 25 bis 26 Prozent (2017: 20,5). Die CDU/CSU mit Spitzenmann Armin Laschet büßte rund sieben Punkte ein und landete bei 24 bis 25 Prozent (2017: 32,9).

Grüne in Deutschland dritte Kraft

Auf dem dritten Platz rangieren die Grünen mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit 14,5 bis 15 Prozent (2017: 8,9), die ihren Stimmenanteil damit annähernd verdoppelten. Die rechtspopulistische AfD erreichte 10 bis 11 Prozent (2017: 12,6), die FDP (Liberale) 11 bis 12 Prozent (2017: 10,7). Die Partei Die Linke kam auf 5 Prozent (2017: 9,2).

 

Heuer viele Briefwahlstimmen

Die Prognosen basieren auf Befragungen von Wählern nach der Stimmabgabe. Die hohe Zahl der Briefwahlstimmen wurde nicht berücksichtigt. Mit ersten Hochrechnungen, die auf bereits ausgezählten Stimmen basieren, wird in Kürze gerechnet. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird nach Mitternacht erwartet.

Erste Reaktionen von SPD und CDU

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sah umgehend einen "Regierungsauftrag". "Die SPD ist wieder da", sagte er im ZDF. "Die SPD hat den Regierungsauftrag. Wir wollen, dass Olaf Scholz Kanzler wird."

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak brachte unterdessen eine "Jamaika-Koalition" ins Gespräch. "Es gibt die Möglichkeit für eine Zukunftskoalition", sagt er in der ARD. Man könnte mit Grünen und FDP regieren. Die Union habe eine Aufholjagd gezeigt. "Das wird noch ein langer Wahlabend", sagt er.

Wer folgt auf Angela Merkel?

Da keine Partei auch nur annähernd einer absoluten Mehrheit nahe kommt, könnte sich die Regierungsbildung nach der Wahl schwierig gestalten. Am wahrscheinlichsten ist ein Dreierbündnis. In Deutschland wird der Kandidat der stärksten Partei nicht automatisch Bundeskanzler. Nötig ist, dass der Bewerber die sogenannte "Kanzlermehrheit", also die Mehrheit der Mitglieder des Bundestages, hinter sich bekommt. Unter den sozialdemokratischen Kanzlern Willy Brandt (1969-1974) und Helmut Schmidt (1974-1982) war die SPD die meiste Zeit nur zweitstärkste Fraktion im Bundestag, hatte aber zusammen mit ihrem Koalitionspartner FDP eine Mehrheit.

(Quelle: Apa/Dpa)

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