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Drei Jahre Haft nach Ehemartyrium in Oberösterreich

Ein 39-jähriger, gebürtiger Türke, der seine Frau zur Hochzeit gezwungen, um die 50 Mal vergewaltigt, geschlagen und massiv bedroht haben soll, hat im Landesgericht Ried drei Jahre Haft, davon eines unbedingt ausgefasst. Das Urteil ist nach einer Berufung der Staatsanwaltschaft wegen zu geringer Strafe nicht rechtskräftig.

Das Paar hatte sich 2013 kennengelernt und rasch geheiratet - laut Anklage soll der Angeklagte ihr das Messer angesetzt und sie zur Hochzeit gezwungen haben. Die Staatsanwaltschaft listete zudem etliche Vorfälle aus der Beziehung der beiden auf: Er soll sie vergewaltigt und geschlagen, ihr mit der Veröffentlichung von Nacktfotos gedroht und ihr aus der Türkei Bilder von sich mit Kalaschnikows geschickt haben.

Schließlich habe der gebürtige Türke seine Frau überredet, ihre beiden Kinder, die sie aus einer früheren Ehe hat, zu ihrem Ex-Mann zu geben und mit ihm in die Türkei zu gehen. Die Übersiedelungspläne scheiterten am Ex-Mann des Opfers, der die Kinder nicht nehmen wollte. Nach längerem Martyrium zeigte die Frau ihren neuen Ehemann an und der 39-Jährige wurde in Untersuchungshaft genommen.

Der Angeklagte gab vor Gericht Ohrfeigen und Beleidigungen zu, die Vergewaltigungen aber nicht. Die ihm vorgeworfenen Drohungen wies er zurück. Da habe ihn seine Frau nur falsch verstanden. Vor Gericht sagte die Religionslehrerin nicht viel. "Wir haben uns nicht als Ehepartner versöhnt, sondern als Freunde", meinte sie. Ansonsten machte sich von ihrem Recht Gebrauch, sich der Aussage zu entschlagen. Das Gericht fällte dennoch - aufgrund des Inhaltes von früheren kontradiktorischen Befragungen des mutmaßlichen Opfers - einen Schuldspruch.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 16.04.2021 um 02:43 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/drei-jahre-haft-nach-ehemartyrium-in-oberoesterreich-47484223

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