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Drei Jahre Untersuchungshaft für Perus Oppositionsführerin

Keiko Fujimori wurde im Gerichtssaal verhaftet APA (AFP)
Keiko Fujimori wurde im Gerichtssaal verhaftet

Die unter Korruptionsverdacht stehende peruanische Oppositionsführerin Keiko Fujimori ist erneut festgenommen worden. Ein Richter verhängte am Mittwoch drei Jahre Untersuchungshaft gegen die Tochter des früheren Staatschefs Alberto Fujimori, die Schmiergeld vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht erhalten haben soll.

Die Entscheidung könnte eine erneute Kandidatur der 43-Jährigen bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2021 vereiteln. Es bestehe "hohe Fluchtgefahr", weshalb Keiko Fujimori für die Dauer der Ermittlungen in Haft bleiben solle, begründete Richter Richard Concepcion Carhuancho seine Entscheidung. Fujimori habe innerhalb ihrer Partei eine "faktisch kriminelle Organisation" geführt, die Gelder aus illegalen Quellen gewaschen habe. Die 43-Jährige wurde nach einer Umarmung ihres in Tränen ausgebrochen Mannes noch im Gerichtssaal festgenommen. Sie war erst Mitte Oktober nach einwöchiger Untersuchungshaft freigekommen.

Mit seiner Entscheidung folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Fujimoris Verteidigerin Giuliana Loza hat drei Tag Zeit, um gegen die Entscheidung in Revision zu gehen. Perus Verfassung erlaubt bei besonders komplizierten Ermittlungen eine Festsetzung der Verdächtigen für eine Dauer von bis zu 36 Monaten. Überdies dürfen die Verdächtigen in diesen Fällen nicht mit eigenen Beweismitteln oder Zeugen in das Verfahren eingreifen.

Bleibt es bei dem Urteil vom Mittwoch, steht Fujimoris erneute Präsidentschaftskandidatur vor dem Aus. Die 43-Jährige hatte den Richter und die Staatsanwaltschaft bereits im Vorfeld beschuldigt, sich gegen sie verschworen zu haben. "Sie versuchen, mich aus der Politik zu werfen, mich zu beerdigen." Fujimori war bereits 2011 und 2016 bei den Präsidentschaftswahlen angetreten, hatte aber bei beiden Abstimmungen verloren. Die Ermittler werfen der einflussreichen Oppositionspolitikerin vor, in die weitverzweigte Korruptionsaffäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt zu sein. Die Politikerin soll für den Wahlkampf 2011 etwa 1,2 Millionen Dollar erhalten haben.

Odebrecht soll in zahlreichen Ländern Südamerikas Millionen Dollar an Bestechungsgeldern gezahlt haben, um sich öffentliche Aufträge zu sichern. Die Ermittlungen gegen den brasilianischen Bauriesen begannen 2014 und förderten nach und nach ein ausgeklügeltes System zur Zahlung von Schmiergeldern an Politiker, Parteien, Staatsbedienstete und Manager zutage. Keiko Fujimoris Vater Alberto hatte Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. 2007 wurde er der Bestechung, des mehrfachen Mordes, des Einsatzes von Todesschwadronen und anderer schwerer Menschenrechtsverbrechen für schuldig befunden und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

(APA/Ag.)

(Quelle: S24)

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