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Dresdner Gemälde im Winterpalais

"Rembrandt - Tizian - Bellotto" bis 8. November zu sehen Salzburg24
"Rembrandt - Tizian - Bellotto" bis 8. November zu sehen

"Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie" lässt sich ab Donnerstag in Ansätzen im Winterpalais des Prinzen Eugen in der Wiener Himmelpfortgasse studieren. 99 Werke wurden aus Anlass der 2013 begonnenen umfassenden Renovierung in Dresden auf eine kleine Ausstellungstour geschickt. Nach der Hypo-Kunsthalle München und Groningen ist das Winterpalais des Prinzen Eugen in Wien die letzte Station.

"Mein Herz geht auf", schwärmte Belvedere-Chefin Agnes Husslein-Arco von der bis 8. November laufenden Ausstellung "Rembrandt - Tizian - Bellotto" in den glanzvoll renovierten und von ihrem Museum bespielten Räumlichkeiten, die auf ein Angebot des ehemaligen Chefs der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden und nunmehrigen Leiters der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Bernhard Maaz zurückgeht.

Auch Maike Hohn, Kuratorin der Dresdner Gemäldegalerie, versicherte: "Die Werke fühlen sich hier zu Hause." Schließlich hat Prinz Eugen zur selben Zeit wie die Kurfürsten in Sachsen seine Kunstschätze zusammengetragen. "Es waren dieselbe Zeit und ähnliche Meister", sagte Husslein-Arco. "Man kann davon ausgehen, dass es damals hier so ausgesehen hat wie jetzt." Weiterhin eine tiefe Wunde ist jedoch, dass die Erbin des Prinzen Eugen, seine Nichte Anna Viktoria von Savoyen, die wertvolle Kunstsammlung nahezu in Bausch und Bogen nach Turin verkaufte. Einige wenige Stücke wie drei "Herculanerinnen" genannte antike Statuen wurden von Dresden gekauft. "Wir sind auch sehr froh, dass wir sie haben", meinte Hohn.

Die Bemühungen, die Statuen als Teil der Ausstellung nach Wien zu bekommen, waren jedoch vergeblich. Dafür hängen nun u.a. Rembrandts "Raub des Ganymed", Tizians "Dame in Weiß" oder "Der heilige Hieronymus" von Anthonis van Dyck in den Winterpalais-Sälen. Mindestens zwei Werke van Dycks hätte auch Prinz Eugen einst in seinem Winterpalais ausgestellt gehabt, sagte Kurator Georg Lechner: "Diese Künstler kehren also endlich hierher zurück."

Auch eine der Veduten von Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, die Dresden vom rechten Elbufer aus zeigt, ist zu sehen. Der "Canaletto-Blick" ist ja nicht nur für das Belvedere geradezu sprichwörtlich. In Dresden heißt sogar das traditionelle Stadtfest (heuer vom 14. bis 16. August) "Canaletto".

Gründung und Entwicklung der berühmten Gemäldegalerie im 17. und 18. Jahrhundert werden in der Schau in sieben Kapiteln nachgezeichnet, Porträts sind dabei ebenso ein eigener Raum gewidmet wie Landschaften, dem Sehnsuchtsziel Italien oder der Historienmalerei.

Wie sehr die Galerie, die vor allem unter August dem Starken (1670-1733) und seinem Sohn, August III. (1696-1763) aufgebaut wurde und 1745 durch den Ankauf von 100 Werken aus dem Besitz des Herzogs Francesco III. von Modena den größten Zugewinn erfuhr, heute nur Teil eines großen Museumskonzerns ist, machte Maike Hohn deutlich: Mit 14 Einzelmuseen und 1,4 Millionen Objekten seien die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden nach Berlin und noch vor München der zweitgrößte Museumsverband Deutschlands.

Wegen Renovierung ist die Dresdner Gemäldegalerie derzeit zwar nicht geschlossen, derzeit können jedoch nur 400 statt wie sonst 700 Werke gezeigt werden. Die Fertigstellung der zweiten Renovierungs-Etappe ist für 2018 vorgesehen.

(Quelle: S24)

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