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Nach Anschlag mit Autobombe

Geheimdienst-Video zeigt angebliche Dugina-Mörderin

Täterin soll Ukrainerin sein

Nach dem Mordanschlag auf die Kriegsbefürworterin Darja Dugina hat Russlands Inlandsgeheimdienst nun ein Video veröffentlicht, auf dem die angebliche Mörderin zu sehen sein soll. Es soll sich um eine Ukrainerin handeln.

Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat ein Video veröffentlicht, das die angebliche Mörderin der Kriegsbefürworterin Darja Dugina zeigen soll. Mehrere aneinander geschnittene Aufnahmen in dem rund zwei Minuten langen Clip sollen zeigen, wie die Ukrainerin in Russland ankommt, das Haus ihres mutmaßlichen Opfers betritt und dann nach der Tat das Land wieder verlässt. Dugina starb in der Nacht auf Sonntag bei der Explosion ihres Autos in einer Moskauer Vorstadtsiedlung.

Die Ermittlungen laufen
This handout picture released by the Russian Investigative Committee on August 21, 2022 shows investigators work on the place of explosion of a car driven by Daria Dugina, daughter of Alexader Dugin, a hardline Russian ideologue close to President Vladimir Putin, outside Moscow. - Daria Dugina, born in 1992, was killed when a bomb placed in her Toyota Land Cruiser went off as she drove on a highway near the village of Bolshie Vyzyomy, some 40 kilometres (25 miles) outside Moscow on August 20, 2022, Russia's Investigative Committee said in a statement. According to family members quoted by Russian media, Dugin -- a vocal supporter of Kremlin's offensive in Ukraine -- was the likely target of the blast as his daughter borrowed his car at the last minute. (Photo by Handout / Investigative Committee of Russia / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Russian Investigative Committee / handout" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

Autobombe tötet Tochter von Putin-Vertrautem

Bei einem mutmaßlichen Mordanschlag in der Nähe von Moskau ist nach Angaben russischer Ermittler die Tochter des rechtsnationalistischen Ideologen Alexander Dugin getötet worden.

Der russische Präsident Wladimir Putin zeichnete die bei dem Anschlag getötete Dugina nun posthum mit dem Tapferkeitsorden aus. Gewürdigt wurde nach Angaben des Kremls ihre "Tapferkeit und Hingabe bei der Erfüllung ihrer professionellen Aufgabe".

Russland sieht Ukraine hinter Dugina-Mord

Der FSB erklärte, dass der Mordanschlag auf die Tochter des bekannten rechtsnationalistischen und imperialistischen Ideologen Alexander Dugin von ukrainischen Geheimdiensten geplant worden sei. Quellen im Moskauer Sicherheitsapparat sagten der Agentur Tass, dass der Anschlag wirklich der Tochter (29) gegolten habe, nicht dem Vater.

Die US-Regierung hat eigenen Angaben zufolge jedoch keine genauen Informationen über die Hintergründe des Mordanschlags auf Dugina. "Wir wissen nicht wirklich, wer dahinter steckt und was das Motiv gewesen sein könnte", sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Montag dem Nachrichtensender CNN.

Angebliche Mörderin in Estland

Dem FSB zufolge handelt es sich bei der Täterin um eine 1979 geborene Frau aus der Ukraine, die bereits Ende Juli mit ihrer elf oder zwölf Jahre alten Tochter nach Russland eingereist und direkt nach der Tat nach Estland ausgereist sei. Russische Oppositionelle bezweifelten die Darstellung des Geheimdienstes.

Auch Estlands Außenminister Urmas Reinsalu weist die Behauptung des FSB zurück, wonach die angebliche Mörderin in das baltische EU- und NATO-Land geflohen sei. Nach gegenwärtiger Einschätzung des Außenamts in Tallinn sei diese Behauptung eine Informationsoperation, sagte der Chefdiplomat des an Russland grenzenden Landes am Montagabend im estnischen Rundfunk. "Wir betrachten dies als eine Provokation der Russischen Föderation in einer sehr langen Reihe von Provokationen, und wir haben im Moment nichts mehr dazu zu sagen", sagte Reinsalu. Ein Sprecher der estnischen Generalstaatsanwaltschaft in Tallinn sagte der Agentur BNS zudem, dass die Behörde keine Anfrage von russischer Seite zu diesem Thema erhalten habe.

Dugina-Mord: Kiew weist Beteiligung zurück

Kiew hatte eine Beteiligung am Tod der 29-jährigen Dugina bereits am Wochenende zurückgewiesen. Am Montag bekräftigte der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak: "Die russische Propaganda schafft eine fiktive Welt: Als Schuldige für das in die Luft gesprengte Auto der Propagandistin Dugina wurden eine Ukrainerin und ihr zwölfjähriges Kind "festgelegt"." Das ukrainische Nationalgarderegiment Asow wies Behauptungen zurück, wonach die vom FSB präsentierte Tatverdächtige in irgendeiner Beziehung zu der Einheit stehe.

Der Vater der Getöteten, Alexander Dugin, rief unterdessen die Russen auf, im Sinne seiner rechtsnationalistischen und imperialistischen Ideologie zu kämpfen. "Unsere Herzen dürstet es nicht einfach nach Rache oder Vergeltung. Das wäre zu klein, nicht russisch", ließ Dugin über seinen Vertrauten, den Oligarchen Konstantin Malofejew, auf Telegram ausrichten. "Wir brauchen nur unseren Sieg. Auf dessen Altar hat meine Tochter ihr mädchenhaftes Leben gelegt. Also siegt bitte!"

(Quelle: Apa/Dpa/Reuters)

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