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Dutzende Flüchtlinge vor libyscher Küste ertrunken

Der Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer reißt nicht ab Salzburg24
Der Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer reißt nicht ab

Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der libyschen Küste sind Dutzende Menschen gestorben. Fischer hätten in der Nähe der Stadt Choms östlich von Tripolis mehr als 30 Leichen entdeckt, erklärte ein Sprecher des Roten Halbmondes am Sonntagabend. Die Mitarbeiter der Hilfsorganisation versuchten, die Toten zu bergen. Ihnen fehlten aber Boote. Zunächst war von sieben Toten die Rede gewesen.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi herrschen in Libyen chaotische Zustände. Das nordafrikanische Land ist deswegen zu einer wichtigen Durchgangsstation für Menschen geworden, die Europa erreichen wollen. Nach Angaben der Flüchtlingsorganisation UNHCR sind in diesem Jahr bisher mehr als 300.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer auf den Kontinent gekommen. Im gesamten Jahr 2014 waren es 219.000.

Die mehr als 100 Todesopfer der Flüchtlingskatastrophe vor der Küste Libyens in der Vorwoche werden indes in der Stadt Zuwarah in einem Massengrab beerdigt. Die Suche nach weiteren Überlebenden sei beendet worden, nachdem 104 Leichen geborgen worden seien, sagte der Sprecher des Stadtrates, Jamal Almhoni, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. 245 Menschen seien gerettet worden.

Die meisten Opfer sind den Angaben zufolge Syrer, darunter mehrere Kinder. Die libysche Küstenwache hatte zuvor von rund 200 Toten berichtet.

In der vergangenen Woche waren vor Zuwarah im Nordwesten Libyens zwei Boote mit rund 500 Menschen an Bord verunglückt. Almhoni zufolge werden alle Überlebenden befragt, um die Hintergründe der Katastrophe aufzuklären und die verantwortlichen Schmuggler zu bestrafen. Sicherheitskräfte hatten drei Männer festgenommen, weil sie mehr als 400 Flüchtlinge auf ein Schiff gebracht haben sollen.

Zugleich beklagte der Sprecher der Stadtrates, es gebe weder von libyschen Behörden noch von internationalen Hilfsagenturen genug Unterstützung. "Wir haben hier in Zuwarah nur begrenzte Mittel", sagte Almhoni. "Wir haben nicht die Kapazitäten, um eine solch große Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen. Wir rufen die internationalen Organisationen auf, sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen."

(Quelle: S24)

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