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Ehefrau niedergefahren und getötet: Schuldspruch in Krems

Das Urteil ist nicht rechtskräftig APA, (Archiv/Pfarrhofer)
Das Urteil ist nicht rechtskräftig

Weil er seine 70-jährige Ehefrau im Jänner mit 1,4 Promille Alkohol im Blut mit seinem Pkw überrollt hatte, ist ein 77-jähriger am Montag am Landesgericht Krems wegen grob fahrlässiger Tötung zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden, vier davon unbedingt. Der Verteidiger des Angeklagten verzichtete auf Rechtsmittel, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

Dem Beschuldigten aus dem Bezirk Krems-Land wurde laut Anklage vorgeworfen, am Abend des 3. Jänner mit seinem Pkw rückwärts in die Garage gefahren zu sein und dabei seine Ehefrau niedergestoßen und überrollt zu haben. Als er die unter dem Auto eingezwängte 70-Jährige befreien wollte, sei er erneut über die Frau gefahren. In Folge der stumpfen Brustkorb- und Bauchverletzungen verstarb diese an Herz-Kreislauf-Versagen.

Der 77-Jährige bekannte sich in der Einzelrichterverhandlung sowohl hinsichtlich des Tathergangs als auch im Bezug auf die Alkoholisierung schuldig. Wie es dazu gekommen sei, dass die 70-Jährige unter das Auto kam, wisse er aber bis heute nicht. Gemeinsam mit einem anderen Ehepaar seien er und seine Frau in einem Lokal gewesen, dort sei Alkohol getrunken worden. Wie viel genau, wisse er nicht, gab der Pensionist an - bezahlt habe wie immer die Ehefrau.

Betrunken habe er sich beim Verlassen des Lokals nicht gefühlt, auch beim Lenken des Pkw habe er "nichts gespürt": "Ich bin normal heimgefahren", sagte der 77-Jährige. Dass er den Wagen noch lenken müsse, sei ihm während des Trinkens klar gewesen.

Beim Haus angekommen, sei die Frau ausgestiegen und zum Wohngebäude gegangen. "Wenn ich in die Garage gefahren bin, war sie meistens schon im Haus drinnen, das habe ich auch angenommen", sagte der Angeklagte. Beim Zurückschieben habe er - wie immer - nur in den Beifahrerspiegel geschaut und sich an der rechten Garagenwand orientiert. "Auf einmal macht's einen Rumpler", schilderte der Pensionist. Er habe gedacht, er sei über eine Schneeschaufel gefahren, sei ausgestiegen und habe seine Frau unter dem Auto liegen sehen. Weil der Pkw auf der 70-Jährigen stand, habe er sie nicht befreien können und sei deshalb noch einmal nach vorne gefahren. Eine Reaktion der Frau habe er während dem Zurückschieben nicht bemerkt, auch die Rückfahr-Sensoren hätten nicht angeschlagen.

"Sie hätten mit diesem Promillegehalt nicht fahren dürfen, das ist Fakt", sagte die Richterin nach der Urteilsverkündung zum Angeklagten. Mildernd bei der Strafzumessung wirkten sich das Geständnis und der bisher ordentliche Lebenswandel aus. Erschwerungsgründe gab es laut der Richterin keine.

(APA)

(Quelle: S24)

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