Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Eine Chronologie: Faymann ging, Kern kommt

In nur wenigen Tagen fand der Übergang von der Ära Faymann (links) zur Ära Kern statt. APA/Neubauer
In nur wenigen Tagen fand der Übergang von der Ära Faymann (links) zur Ära Kern statt.

Für die österreichische Politik war die Kalenderwoche 19 eine schicksalshafte: Bundeskanzler und SPÖ-Parteichef Werner Faymann legte am Montag nach siebeneinhalb Jahren an der Staatsspitze all seine Ämter zurück. Nur vier Tage später, am Freitag, ist die Nachfolge-Entscheidung gefallen: ÖBB-Chef Christian Kern wird vom Staatsmanager zum Vorstand der Republik.

Vom Faymann-Rücktritt zum neuen Kanzler Kern: Wir haben die Chronologie für euch.

Montag, 9. Mai: Überraschender Faymann-Abgang

- Der Tag beginnt mit einem Geheimtreffen von fünf Faymann-kritischen Landesparteichefs. Im Hotel Schani am Wiener Hauptbahnhof frühstücken gemeinsam der Salzburger Walter Steidl, der Steirer Michael Schickhofer, der Kärntner Peter Kaiser sowie Matthias Stadler aus Niederösterreich und Michael Ritsch aus Vorarlberg.

- Um 11 Uhr empfängt Faymann die Landesparteichefs im Bundeskanzleramt, kurz darauf informiert Faymann Bundespräsident Heinz Fischer und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) über seinen Rücktritt.

- Um 12.45 Uhr verkündet Faymann überraschend seinen Abgang. Wiens Bürgermeister Michael Häupl übernimmt interimistisch die Parteiführung.

- Um 17.30 Uhr betraut Fischer Mitterlehner interimistisch mit den Aufgaben des Regierungschefs. Zeitgleich legt der SPÖ-Vorstand fest, den Faymann-Nachfolger am 25. Juni auf einem Parteitag offiziell zu küren.

Dienstag 10. Mai: Immer mehr Kern-Befürworter

Sowohl der steirische als auch der Kärntner Landesparteivorstand treten für Christian Kern als neuen SPÖ-Vorsitzenden ein. Nach und nach kommen noch die Gremien in Vorarlberg und Niederösterreich dazu, auch der Tiroler Landesparteichef Ingo Mayr ist für Kern. Neben Kern gilt aber auch noch Medienmanager und Ex-ORF-Generalintendant Gerhard Zeiler als Kandidat.

Mittwoch, 11. Mai: ÖVP schießt sich auf Kern ein

Auch die Roten in Salzburg und Oberösterreich küren Kern zu ihrem Wunschkandidaten. Ebenso für Kern deklariert sich Gewerkschaftsboss Erich Foglar. Nur noch die SPÖ Burgenland und die Wiener, die angeblich Zeiler bevorzugen, halten sich zurück. Beim Koalitionspartner ÖVP schießt sich Klubobmann Reinhold Lopatka bereits auf Kern ein. Er kritisiert den ÖBB-Chef als "sehr teuren Manager".

Donnerstag, 12. Mai: Zeiler gibt nach

Zeiler trifft Häupl und gibt danach bekannt: Er wird nicht gegen Kern antreten, vielmehr habe dieser seine volle Unterstützung. Zugleich fasst der burgenländische Landesparteivorstand einen Beschluss für Kern. ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner äußert sich positiv über Kern, Bundespräsident Heinz Fischer bezeichnet ihn als "tüchtig".

Freitag, 13. Mai: Endgültige Entscheidung für Ex-ÖBB-Boss

Christian Kern wird neuer Bundeskanzler und SPÖ-Chef: "Die Entscheidung ist gefallen", erklärt Häupl. Fischer führt mit Kern bereits das traditionelle Antrittsgespräch. Unterdessen erreicht die Debatte um eine Regierungsumbildung auf SPÖ-Seite ihren Höhepunkt. Häupl und die Vertreter der anderen acht Landesparteien betonen bei ihrem Treffen, dass Kern bei der Auswahl seines Teams freie Hand habe. Immer mehr Namen tauchen als mögliche neue Minister auf.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 28.09.2021 um 12:53 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/eine-chronologie-faymann-ging-kern-kommt-52066252

Kommentare

Mehr zum Thema