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Spannende Erkenntnisse

Was sich Elefanten voneinander abschauen

Wiener Forscher lauschen Dickhäutern

Forscher der Universität Wien hören seit geraumer Zeit Elefanten genau beim Kommunizieren zu. Zuletzt berichteten sie über Tiere, die nicht nur trompeten und sich mit sehr tiefen Tönen unterhalten, sondern ihren Rüssel auch zum Quietschen nutzen. Nun beschreiben sie im Fachblatt "Biology" wie individuell und kreativ Elefanten neue Laute erfinden, und dass diese auch von Artgenossen kopiert werden.

Dabei ziehen sie quasi alle Register: Vom Kehlkopf bis in die Rüsselspitze. Insgesamt ist die akustische Verständigung für die erstaunlichen Tiere mit ihrem komplexen sozialen System äußerst wichtig. Die bekannteste elefantische Lautäußerung ist das Tröten, das durch einen kräftigen Luftausstoß durch den Rüssel erzeugt wird. Welche anatomischen Strukturen dabei in Schwingung geraten, ist noch nicht vollständig erforscht.

Elefanten und Rumble-Laute

Außerdem stehen die sogenannten Rumble-Laute in Fokus der Forschung. Dabei handelt es sich um sehr tiefe Töne, die teilweise im Infraschallbereich bei rund 16 Hertz und damit unter der menschlichen Hörschwelle liegen. Mit deren Hilfe können sich die Tiere über große Distanzen hinweg verständigen, etwa um während ihrer Wanderungen mit der Herde oder Familie Kontakt zu halten oder mit anderen Gruppen zu kommunizieren.

Beim Herumspielen mit ihrem lautstarken Stimmapparat kommen Elefanten immer wieder auch neue Laute aus, die die Wissenschaft auf den Plan rufen. Erst kürzlich konnte ein Team um Angela Stöger vom Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Universität Wien zeigen, wie Asiatische Elefanten extrem hohen Quietschlaute produzieren, wenn sie aufgeregt sind. Auch bei Afrikanischen Elefanten, die sich meist im tieffrequenten Bereich austauschen, kommen Äußerungen vor, die eher den hochfrequenten Lauten von Papageien ähneln.

Vom Kehlkopf bis in Rüsselspitze

In der aktuellen Untersuchung verglichen Stöger und Anton Baotic nun derart ungewöhnliche Laute von Elefanten, die im südafrikanischen Botswana und im Zoo von Dresden (Deutschland) leben, mit einem großen Satz an Daten, in dem bereits bekannte Laute gespeichert sind. Tatsächlich fanden sich in den umfassenden Aufzeichnungen aus dem Jahr 2003 keine Übereinstimmungen, heißt es am Mittwoch in einer Aussendung der Uni. Die Tiere haben ihre exotischen Äußerungen also neu erfunden. Andere haben diese dann offenbar übernommen.

Bei der Lautproduktion fand sich eine große Bandbreite: Als Hochtöner eignet sich nämlich der relativ große Kehlkopf mit den ebenso langen Stimmbändern nämlich eher nicht. Die Tiere setzen daher die Muskeln des Rüssels oder des Mauls ein. So saugen sie Luft durch die Rüsselspitze ein, um das hochfrequente Quietschen zu erzeugen, wie auch ein Video der Wissenschafter zu der Publikation zeigt. Die Forscher beobachteten auch, dass Exemplare die Muskeln an der Rüsselbasis immer wieder zusammenziehen, was zu pulsierenden Lauten mit niedriger Frequenz führt. Interessant war außerdem, dass verschiedene Tiere mitunter auf andere Herangehensweisen setzten, um ähnliche Töne zu produzieren.

Neue Erkenntnisse über Dickhäuter

Die erstaunlichen Fähigkeiten der Elefanten, Laute gezielt neu zu formen, zu imitieren und zu verändern, teilen sie mit nur sehr wenigen Tieren, wie Papageien oder Walen. Mit einem besonders großen Stimmumfang gesegnet ist übrigens die Elefantenkuh Sawu aus dem Dresdner Zoo: Ihre Bandbreite reicht von den extrem tiefen Rumbles bis in lichte Höhen von 1.800 Herz - und damit immerhin höher als es Meerschweinchen schaffen. Für ihr Quietschen presst sie die Rüsselspitze zusammen, verschließt einen Nasengang, und saugt Luft über den anderen ein. Diese Methode sei bisher unbekannt gewesen, so die Wissenschafter.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 28.09.2021 um 06:58 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/elefanten-schauen-sich-neu-erfundene-laute-voneinander-ab-107880592

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