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Elisabeth Köstinger: Der steile Aufstieg der Kärntner Bauerstochter

Elli Köstinger ist am 22. November 1978 in Wolfsberg geboren. APA/ROBERT JÄGER
Elli Köstinger ist am 22. November 1978 in Wolfsberg geboren.

EU-Parlament, ÖVP-Zentrale, Nationalratspräsidium: Elisabeth Köstinger (38) klettert auf der politischen Karriereleiter weiter nach oben. Am Donnerstag soll sie Doris Bures (SPÖ) als Nationalratspräsidentin nachfolgen, auch ein Ministeramt ist in Reichweite. Die Kärntner Bauerntochter ist Vertraute von Parteichef Sebastian Kurz. Wie er verfügt sie über kein abgeschlossenes Uni-Studium.

Köstinger ist die dritte Frau, die das protokollarisch zweithöchste Amt der Republik Österreich hinter dem Bundespräsidenten übernimmt, aber die erste aus den Reihen der ÖVP. Und sie wird bei ihrem Amtsantritt als Nationalratspräsidentin - ob interimistisch oder nicht - bei weitem jünger sein, als ihre beiden SPÖ-Vorgängerinnen Bures und Barbara Prammer.

In Wolfsberg, Kärnten, geboren, wuchs Köstinger in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Granitztal auf. Landwirtschaft ist bei ihr Programm und so wundert es nicht, dass sie lange als das junge, weibliche Gesicht des Bauernbundes galt, dessen Vizepräsidentin Köstinger seit 2009 ist. Für den ländlichen Raum engagierte sie sich schon in jungen Jahren und war für die Landjugend von 2002 bis 2006 als Bundesleiterin tätig. Einige Jahre stand sie zudem der Jungbauernschaft als Bundesobfrau vor (2007 bis 2012).

Köstinger seit 2009 in Brüssel

Den Einzug ins Europaparlament nach Straßburg bzw. Brüssel schaffte die Bauernbündlerin erstmals 2009 und erneut 2014, das jeweils mit hervorragenden Vorzugsstimmen-Resultaten. Die Abgeordnete war zuletzt stellvertretende Leiterin der ÖVP-Delegation und Landwirtschafts-, Umwelt- und Frauensprecherin ihrer Delegation.

38-Jährige gilt als Vertraute von Sebastian Kurz

Abgeordnete zum Nationalrat war sie noch nie. Dass ihr dort von der Partei eine wichtige Rolle zugedacht wurde, zeigt aber alleine der Umstand, dass sie bei der Wahl im Oktober gleich hinter Kurz auf Platz zwei der ÖVP-Bundesliste kandidierte.

In der Partei übte die 38-Jährige, die seit Mai 2017 als Generalsekretärin fungierte, mehrere hochrangige Funktionen aus und war eine der Stellvertreterinnen des zurückgetretenen Obmanns Reinhold Mitterlehner - und als solche auch im verkleinerten Bundesparteivorstand vertreten. Bei dessen Nachfolger Kurz zählt sie zum engsten Führungskreis. Auch im Nationalratswahlkampf war sie stets vorne mit dabei.

Kaum Privates über Köstinger bekannt

Die 38-Jährige, die sich bezüglich ihres Lebens außerhalb der Politik recht bedeckt hält, ist in den Sozialen Medien sehr aktiv. Neben ihrer Homepage www.elli-koestinger.at postet sie regelmäßig auf ihrer Facebook- und Twitter-Seite. Nicht nur für ihre Freunde ist sie die "Elli Köstinger", auch auf ihren öffentlichen Social Media Accounts heißt sie so. Sprachlich ist sie als Kärntnerin identifizierbar, österreichische Besuchergruppen im EU-Parlament begrüßte sie gerne mit Worten wie "Griaß enk, kemmts lei eina!".

Zur Person: Elisabeth Köstinger, geboren am 22. November 1978 in Wolfsberg (Kärnten). Volks-, Haupt- und Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Kärnten, seit 2003 Studium an der Universität Klagenfurt (Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Angewandte Kulturwissenschaften). Schon als Jugendliche engagierte sie sich bei der Landjugend, später im ÖVP-Bauernbund, über den sie ihren Aufstieg in der Volkspartei bewerkstelligte. Köstinger ist ledig.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 04.03.2021 um 06:33 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/elisabeth-koestinger-der-steile-aufstieg-der-kaerntner-bauerstochter-57319498

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