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Enormes Echo nach Zeiler-Interview in der ZiB2

Nach seinem Interview in der ZiB2 Donnerstagabend erntete der ehemalige ORF-Generalintendant und frühere RTL-Chef Gerhard Zeiler nicht nur viel Lob und Ansehen. Sein Auftritt dürfte viele derart überzeugt haben, dass sie sich jetzt Zeiler als neuen Bundeskanzler wünschen. Obwohl dieser ja gerade in der ZiB2 seinen Rückzug begründete.

Es zählt zu einem der elegantesten Interviews der letzten Jahre im ORF – das Echo auf den sozialen Netzwerken nach Gerhard Zeilers Auftritt in der ORF-Sendung ZiB2 war enorm. Darin begründete der Medienmanager im Gespräch mit Lou Lorenz-Dittlbacher seinen Rückzug als Kandidat um das Bundeskanzleramt und berichtete über einen Deal, den er mit ÖBB-Vorstand Christian Kern vereinbart hatte.

Zeiler hatte Deal mit Kern

Er sei nicht enttäuscht, dass sich die SPÖ für Kern als Faymann-Nachfolger entschieden hatte, sagte Zeiler und sicherte ihm seine vollste Unterstützung zu. Egal, was Kern brauche, er werde es von ihm bekommen: "Beratung, meine Sicht und auch die ungeschminkte Wahrheit“, so Zeiler.

Zeiler berichtete außerdem, dass er mit Kern ein Deal hatte, den jeweils anderen zu unterstützen: „Wir sind seit einem Jahr in Diskussion darüber. Wir hatten beide eine Rolle zu spielen und wir waren uns beide einig, dass eine Veränderung für dieses Land, für Österreich, notwendig ist. Nach Darstellung Zeilers wäre er der Gegenkandidat geworden, hätte sich Faymann am Parteitag noch einmal der Wahl gestellt. Das sei nun nicht mehr nötig: "Faymann ist gegangen. Ich habe erreicht, was ich wollte."

Zeiler für Neuanfang in der SPÖ

Zeiler machte klar, dass die SPÖ einen Neuanfang und eine Neuausrichtung braucht. „Das Wichtige in der SPÖ ist jetzt, dass Einigkeit herrscht.“ Dabei gehe es nicht nur um Personen, sondern auch um Inhalte. „Und es geht darum, den Stillstand den wir haben zu überwinden“. Faymann habe versucht „zu machen“, aber „ab einer gewissen Anzahl von Niederlagen ist die Zeit abgelaufen und das ist auch gut so“, vergleicht Zeiler das Amt des Bundeskanzlers mit einem Fußballtrainer.

Flüchtlingskrise vor Ort bekämpfen

In der Flüchtlingskrise forderte er eine europäische Lösung und einen Marshall-Plan für Afrika. Er nennt als Beispiel Investitionen von zehn bis 20 Prozent des EU-Budgets in die Flüchtlingslager und in Afrika. „Dann ist uns am meisten geholfen, auch hier in Europa, auch hier in Österreich und das wäre auch humanitär, das Beste, was man tun kann“.

Koalition mit FPÖ für Zeiler vorstellbar

Eine künftige Zusammenarbeit der SPÖ mit der FPÖ auf Bundesebene will Zeiler nicht ausschließen. Das wichtige dabei sei aber das Thema EU. „Es wird niemand in der Sozialdemokratie eine Koalition mit einer FPÖ machen, die sich nicht voll und ganz zu Europa bekennt. Wenn wir aus der EU austreten, treten wir auch aus dem Euro aus. Und das ist für ein Exportland und für ein Tourismusland der größte Schaden, den man sich vorstellen kann. Nicht auf die SPÖ kommt es so sehr an, es kommt auf die FPÖ an, ob sie jemals mit der SPÖ auf Bundesebene koalitionstauglich sein wird“, so Zeiler im Interview.

Zeiler für Van der Bellen als Bundespräsident

In der Frage nach seinem Favoriten in der Bundespräsidenten-Wahl nennt Zeiler klar Alexander Van der Bellen. „Weil ich glaube, dass das höchste Amt im Staate jemand haben sollte, der über die notwendige Lebenserfahrung verfügt und der auch sorgsam damit umgeht.“

Zeiler-Interview: Reaktionen im Netz

In den sozialen Netzwerken – allen voran auf Twitter – wurde das Zeiler-Interview hochgelobt. „Könnte Zeiler nicht eines der wichtigen Ministerien übernehmen“, „Format, Witz und Intelligenz“, „So ginge Kanzler“ oder „Zeiler legt Kern die Latte hoch“, waren nur einige Posts. Die Reaktionen im Netz seht ihr hier:

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 18.09.2021 um 09:47 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/enormes-echo-nach-zeiler-interview-in-der-zib2-52061350

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