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Ephesos Museum nutzte Pause für Update

Wenn am 10. November das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) seine Pforten öffnet, wird auch das Ephesos Museum wieder zugänglich. Die Pause hat man für ein Update der Schau genützt, wie Museumsdirektor Georg Plattner der APA erklärte. Nach dem Ende der hdgö-Eröffnungsschau soll erstmals der berühmte Fries des "Heroon von Trysa" in den dafür extra statisch verstärkten Räumen gezeigt werden.

Das Ephesos Museum, dessen Grundlage die seit 1895 durchgeführten österreichischen Grabungen in der einstigen antiken Metropole bilden, ist seit rund einem Jahr geschlossen. Grund dafür waren die Vorbereitungen für das hdgö, mit dem man sich das Foyer teilt. Besucher des Hauses der Geschichte in der Neuen Burg am Wiener Heldenplatz müssen durch den ersten Teil des Ephesos Museums gehen, um in das neue historische Museum zu gelangen.

Angesichts der Umbauarbeiten habe man überlegt, "die Flucht nach vorne anzutreten", so Plattner, Sammlungsdirektor der Antikensammlung und Direktor des zum Museumsverband des Kunsthistorischen Museums (KHM) gehörenden Ephesos Museums. Neue Beschriftungen für die Ausstellungsobjekte wurden angebracht und "das eine oder andere Stück wieder aus den Depots in die Ausstellung zurückgeholt". Darunter etwa eine einzigartige Serie spätantiker Porträts, die zuletzt vor mehr als 20 Jahren im KHM-Haupthaus zu sehen waren.

Überhaupt noch nie gezeigt wurde beispielsweise ein ganzer "Blumenstrauß prächtiger Buntmarmore" aus Ephesos. Außerdem gebe es einige Statuen zu sehen, die erst kürzlich restauriert wurden. Ein neues Highlight ist überdies die monumentale Statue der "Hera von Ephesos", die die Akademie der bildenden Künste Wien als Dauerleihgabe zu Verfügung stellt.

Durch die Neuaufstellung des Museums könne man nun das Bild der antiken Stadt Ephesos besser zeichnen und in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ihre Geschichte besser erzählen. Man wolle hier auch verstärkt für die moderne archäologische Forschung eine Plattform bieten.

Mehr Augenmerk werde man überdies auf Funde aus Samothrake und Trysa legen. "Es ist somit eigentlich ein 'Westkleinasienmuseum'", so Plattner. Als Appetizer werden auch einige Stücke des spektakulären lykischen Frieses "Heroon von Trysa" gezeigt, das als Ganzes ab 2022 ausgestellt werden soll.

Die Sanierung der nunmehrigen hdgö-Räume wurde nämlich explizit mit Blick auf die Nachnutzung durch das Ephesos Museums vorangetrieben: Um die monumentalen Stein-Reliefs aus Trysa, die einst die Umfassungsmauer einer Grabanlage aus dem ausgehenden 4. Jahrhundert bildeten, erstmals öffentlich zeigen zu können, ging ein großer Teil der rund sechs Mio. Euro teuren Umbauarbeiten in Verbesserungen der Statik der Säle. Die rund 200 Laufmeter des Frieses zeigen eine Vielzahl der klassischen Sagen der antiken Welt und bringen dementsprechend ein stattliches Gewicht auf die Waage. "Mit dieser Raumgruppe ist es erstmals möglich, in voller Länge alle vier Seiten des Monuments endlich auszustellen", betonte Plattner.

Dafür müsste jedoch das hdgö nach seiner Eröffnungs-Sonderschau wieder weichen. Laut dem KHM-Museumsverbund könne aufgrund der Modalitäten des Mietvertrages des zum Verband der Nationalbibliothek zählenden hdgö der Fries voraussichtlich im Laufe des Jahres 2022 gezeigt werden. Plattner: "Die Frage ist, was nach dieser Sonderausstellung passiert? Wir hoffen natürlich, dass wir die Räume möglichst bald beziehen können." Dafür stehe man natürlich "dankbar bereit".

Käme das nicht zustande, wäre dies für Plattner ein Rückschlag: "Das Monument von Trysa hätte es wirklich verdient, adäquat aufgestellt zu werden." Seit rund 120 Jahren scheiterten sämtliche Versuche, das zu bewerkstelligen, dementsprechend wäre die nun greifbare Umsetzung "ein allerhöchster Wunsch". Vor allem da jetzt auch um "teures Geld" die Umbauten gemacht wurden.

In der im November beginnenden Zeit der Parallelität der beiden Museen wird es ein gemeinsames Ticket für die beiden Einrichtungen geben. Von 10. bis 12. November ist der Besuch gratis. Die Koexistenz habe trotz der "für beide Seiten nicht unbedingt idealen Bedingungen" bisher jedenfalls "hervorragend funktioniert", betonte Plattner, der auch auf den Festakt zum 40-Jahr-Jubiläum des Ephesos Museums am 7. Dezember verwies.

(APA)

Aufgerufen am 13.12.2018 um 12:31 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/ephesos-museum-nutzte-pause-fuer-update-60429115

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