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Schwere Erdbeben

Kroatien ruft Katastrophen-Zustand aus

Staat koordiniert Wiederaufbau in Region

In Zentralkroatien hat sich die Erdbebenserie fortgesetzt. Am Montag erschütterte in der Früh ein weiteres Nachbeben mit der Stärke 4,2 auf der Richterskala das betroffene Gebiet um die Kleinstadt Petrinja, wie kroatische Medien berichteten. Die Regierung rief unterdessen den Katastrophen-Zustand für das Erdbebengebiet aus.

Damit übernimmt der Staat die Koordinierung der Maßnahmen zur Bewältigung der Notlage und für den Wiederaufbau in der gesamten Region Sisak-Moslavina sowie in Teilen der benachbarten Regionen Karlovac und Zagreb. Dazu wurde ein Stab unter der Leitung des Vize-Regierungschefs und Veteranenministers Tomo Medved eingerichtet, berichteten kroatische Medien.

Erdbeben verwüsten Kroatien

Mit dem Stab werde die Grundlage nicht nur für das Krisenmanagement in den Tagen unmittelbar nach dem Erdbeben, sondern auch für die Zeit eines organisierten Wiederaufbaus geschaffen, betonte der kroatische Premier Andrej Plenkovic bei der Kabinettssitzung. Die kroatische Regierung hatte bereits vergangene Woche rund 16 Mio. Euro als Ersthilfe bereitgestellt.

Das Erdbeben habe die Hälfte der Region Sisak-Moslavina zerstört, sagte deren Präfekt Ivan Zinic. In der Region mit 116.000 Einwohnern seien vier Städte und zahlreiche kleinere Orte stark heimgesucht worden. Rund 50.000 Menschen seien von Schäden an ihren Wohn- oder Wirtschaftsgebäuden betroffen. Das Hauptproblem seien temporäre Quartiere für die Menschen, hieß es. Derzeit brauchten 500 Familien eine Unterkunft, die Zahl könnte laut Zinic bis auf 1.000 steigen, sagte er laut Hina. Rund 250 mobile Quartiere wurden in der Gegend bisher aufgestellt.

Corona-Impfungen beginnen in Krisengebiet

Die Regierung kündigte außerdem eine Untersuchung an, um festzustellen, weshalb das Erdbeben auch jene Häuser stark beschädigt bzw. zerstört hat, die nach dem Kroatien-Krieg (1991-1995) mit staatlicher Finanzierung saniert worden waren. Laut Medienberichten gibt es Fragen über einen adäquaten Wiederaufbau.

Unterdessen hat man im Erdbebengebiet am Wochenende mit vorrangiger Impfung gegen Covid-19 begonnen. Rund 740 Impfdosen seien nach Angaben des Gesundheitsministers Vili Beros bisher verabreicht worden. Geplant sei, dass diese Woche rund 1.100 Menschen und in den nächsten zwei Wochen noch weitere 1.600 Menschen geimpft werden. In Petrinja wurden bereits Helfer, darunter Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Zivilschutzes, sowie das Medizinpersonal und Einwohner, die in kollektiven Notunterkünften untergebracht sind, geimpft.

(Quelle: APA)

Starkes Erdbeben in Kroatien bis Salzburg spürbar

Erdstoß war auch in Teilen Österreichs zu spüren
APA14727964 - 20092013 - WIEN - ÖSTERREICH: Am frühen Freitagmorgen, 20. September 2013, hat die Erde in Niederösterreich gebebt. Der Österreichische Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) meldete in einer Aussendung: Das Beben habe sich um 04.06 Uhr im Raum Ebreichsdorf ereignet und eine Stärke von 4,3 gehabt. Im Bild: Eine Mitarbeiterin der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigt mit einem Kugelschreiber auf ein Seismogramm des Erdbebens. APA-FOTO: GEORG HOCHMUTH

Das starke Beben, das am Dienstag Zentralkroatien erschüttert hatte, hat mehrere Menschenleben gefordert. Sogar aus Salzburg gingen Wahrnehmungsberichte ein.

Das starke Erdbeben, das am Dienstag gegen 12.20 Uhr Zentralkroatien erschütterte, hat mehrere Menschenleben und Dutzende Verletzte gefordert: Die Zahl der Todesopfer stieg bis zum Abend auf sieben, wie kroatische Medien berichteten. Die Rettungs- und Aufräumaktionen liefen nach Einbruch der Dunkelheit weiter. In der Kleinstadt Petrinja, wo das Epizentrum des Beben lag, kam ein Mädchen ums Leben. Mindestens fünf Leben forderte das Beben in einem Dorf in der Nähe von Glina.

Weitere Todesopfer

Ein weiteres, siebentes Todesopfer gab es laut Medien in einer eingestürzten Kirche nahe Sisak. In Petrinja, wo zahlreiche Häuser im Stadtzentrum zusammen fielen, wurde in den Trümmern mit Spürhunden nach Verschütteten gesucht. Neben Rettungskräften waren auch 130 Soldaten im Einsatz. Das Militär half mit Transportflugzeugen bei der Evakuierung von Patienten aus dem Spital in der ebenfalls stark betroffenen Stadt Sisak. Beinahe alle Gebäude im dortigen Allgemeinkrankenhaus wurden beschädigt, so dass Patienten, darunter auch Covid-Erkrankte, nach Zagreb gebracht werden mussten. Soldaten halfen auch bei Evakuierung von Patienten aus der Pneumologie-Klinik in Petrinja. Über immense Zerstörungen wurde aus Glina berichtet, rund 20 Kilometer vom Epizentrum entfernt. In der Gegend sei kaum ein Haus sei unbeschädigt geblieben, sagte die Vize-Bürgermeisterin Branka Baksic Mitic gegenüber Medien. Im Dorf Majske Poljane seien in den Trümmern fünf ums Leben gekommene Menschen gefunden worden. Auch dort waren die Rettungskräfte am Abend noch im Einsatz.

Magnitude von 6,0

Das Erdbeben in Kroatien wurde von der Zentralanstalt für Metereologie und Geodynamik (ZAMG)  im Raum Sisak mit einer Magnitude von 6,0 registriert. Es war auch stark in Österreich zu spüren: Meldungen aus Kärnten, der Steiermark, Oberösterreich, Salzburg, dem Burgenland und aus dem Raum Wien trafen auf der Hohen Warte ein. Unter anderem wurde deutliches Rütteln von Gebäuden verspürt und Gläser, Geschirr und Christbaumkugeln klirrten.

Wahrnehmungsberichte aus Salzburg

Bereits in der ersten Stunde nach dem Beben erreichten die ZAMG mehr als 200 Wahrnehmungsberichte aus Österreich. Der Erdbebendienst der ZAMG ersuchte die Bevölkerung, das Wahrnehmungsformular auf der Website auszufüllen.

Weitere Beben ließen sich nicht ausschließen. Kurz nach dem Hauptbeben gab es im Raum Zagreb ein Nachbeben der Stärke 2.0, das in Österreich aber nicht spürbar war.

Strom- und Telefonleitungen unterbrochen

Die Polizei forderte die Bewohner dazu auf, die Gebäude zu verlassen. Alle verfügbaren Rettungsdienste wurden für Petrinja mobilisiert. Aus der Stadt Sisak, die 15 Kilometer von Petrinja entfernt liegt, gab es ebenfalls Berichte über beschädigte Gebäude. Auch in der kroatischen Hauptstadt Zagreb gab es Schäden durch das Beben. In Teilen Kroatiens waren Strom- und Telefonleitungen unterbrochen.

Erdbeben in Graz spürbar

In Graz etwa wackelten rund zwei Minuten nicht nur hohe Gebäude, auch in massiven Altbauten mit nur einem Geschoß waren die wellenartigen Bewegungen deutlich zu spüren. Das Beben war wesentlich deutlicher wahrnehmbar als noch jenes im Frühjahr in der Nähe von Zagreb. Außerdem hielten die Erdstöße länger an. Sogar in Wien gab es Berichte, dass die Wände wackelten.

Der Erdstoß wurde auch in Friaul Julisch Venetien, in Venetien und in der Adria-Region Abruzzen deutlich verspürt. Die Feuerwehr wurde mit Anrufen besorgter Bürger bombardiert.

Beben südwestlich von Zagreb

Das Zentrum des Bebens, das vom European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) mit einer Stärke von 6,3 angegeben wurde, lag rund 45 Kilometer südwestlich von Zagreb, in der Nähe von Petrinja. Dort war bereits das Zentrum des Bebens vom gestrigen Montag, das eine Stärke von 5,2 hatte.

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