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Veränderungen gemessen

Dreht sich unser Erdkern wirklich langsamer?

Auswirkungen auf Magnetfeld und Tageslänge möglich

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Die Untersuchung des Erdkerns stellt Wissenschafter:innen vor Herausforderungen. (SYMBOLBILD)

Der Erdkern drehte sich zuletzt langsamer – darauf wollen Forschende nun Hinweise gefunden haben. Das wiederum könnte Auswirkungen auf die Tageslänge und das Erdmagnetfeld haben.

Der Erdkern – also das metallische Innere unseres Planeten – gibt Forschenden weltweit Rätsel auf. Mit einem Durchmesser von knapp 7.000 Kilometern macht er nur ein Sechstel des Volumens der Erde aus, trägt aufgrund der hohen Dichte aber rund ein Drittel zur Masse bei.

Erdkern scheint sich langsamer zu drehen

Eine Studie, die im Fachmagazin "Nature Geoscience" veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit der Rotation des Erdkerns. Demnach drehte sich in der Zeit von etwa 1980 bis ins Jahr 2000 das Innere unseres Planeten schneller als die Erdkruste. Nun gibt es Hinweise darauf, dass sich die Rotationsgeschwindigkeit verlangsamt: Rund um das Jahr 2009 dürften Erdkern und Erdkruste etwa die gleiche Geschwindigkeit gehabt haben.

Wie ist unser Erdkern aufgebaut?

Wie ist der Erdkern aufgebaut? Das Innere unserer Erde wird in einen äußeren und einen inneren Kern unterteilt. Der innere Kern beginnt aber einer Tiefe von 5.150 Kilometer und reit bis zum Erdmittelpunkt. Hier herrschet eine Temperatur von rund 6.000 Kelvin, dennoch besteht er überwiegend aus festem Metall (80 Prozent Eisen und 20 Prozent Nickel).

Der äußere Kern beginnt aber einer Tiefe von etwa 2.900 Kilometer und endet an der Grenze zum zuvor genannten inneren Erdkern. Es wird davon ausgegangen, dass neben Eisen und Nickel etwa zehn bis 15 Prozent leichtere Elemente hinzukommen. Im Gegensatz zum festen inneren Kern ist der äußere Kern flüssig wie Wasser.

Studienergebnisse erinnern an Hollywood-Film

Auch danach dürfte der Erdkern an Rotationsgeschwindigkeit verloren haben. Das klingt nach der Handlung des Hollywood-Streifens "The Core" – in dem der Erdkern aufhört, sich zu drehen und so für katastrophale Zustände auf der Erde sorgt. Ganz so schlimm dürfte es in der Realität jedoch nicht werden, die Forscher gehen davon aus, dass sich die Rotationsgeschwindigkeit des Erdkerns in einem Zyklus von etwa 70 Jahren verändert.

Schwierige Untersuchung des Erdkerns

Die Untersuchung des Erdkerns stellt Wissenschafter:innen vor Herausforderungen. Das innere unseres Planeten kann nur über die Ausbreitung seismischer Wellen erfolgen, wie sie bei Erdbeben oder auch Atomexplosionen erzeugt werden. Mittlerweile geht man davon aus, dass es sich beim inneren Erdkern um eine glühend heiße, aber feste Metallkugel handelt, die wiederum von einem äußeren Erdkern aus flüssigem Metall umgeben ist.

Auch die Studienautoren griffen bei ihrer Untersuchung auf seismische Daten zurück. Dabei fanden sie heraus, dass sich die Drehung des Erdkerns gegen Ende der 1960er-Jahre verlangsamte, in den frühen 1970er-Jahren aber wieder beschleunigte. Seit dem Jahr 2009 wird wieder einer Verlangsamung festgestellt, im Jahr 2040 soll den Forschenden zufolge die Rotationsgeschwindigkeit wieder zunehmen.

Rotationsgeschwindigkeit könnte Tageslänge beeinflussen

Über die Auswirkung dieses Vorgangs gibt es jedoch keine Gewissheit. Die Studienautoren gehen jedoch davon aus, dass sich die Veränderungen der Rotationsgeschwindigkeit auf das Magnetfeld der Erde sowie die Tageslänge Einfluss nehmen könnte. Bei der Tageslänge sei es möglich, dass winzige Schwankungen mit einer sich verändernden Geschwindigkeit unseres Erdkerns zusammenhängen. Für den Menschen ist dieser Effekt jedoch nicht wahrnehmbar.

Daten richtig interpretiert?

Dabei gilt es nicht als gesichert, dass die Vorgänge im Inneren unseres Planeten auch richtig interpretiert werden. In einem Artikel verweist n-tv.de etwa auf andere Studien, die zu einem viel kürzeren Sechs-Jahres-Zyklus beim Wechsel der Rotationsgeschwindigkeit des Erdkerns kommen. Eine weitere Studie wiederum sieht Veränderungen im Durchmesser des Erdkerns als Ursache für die Messergebnisse. Der Erforschung des Erdkerns stellt die Wissenschaft also weiterhin vor Herausforderungen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 08.02.2023 um 12:47 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/erdkern-dreht-sich-das-innere-der-erde-langsamer-133070320

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