Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Erste Hilfslieferungen für syrische Stadt Daraya seit 2012

In Daraya ist fast alles zerstört Salzburg24
In Daraya ist fast alles zerstört

Die Einwohner der von bewaffneten Rebellen kontrollierten Ortschaft Daraya in Syrien sollen am Donnerstag erstmals wieder seit Jahren mit Hilfslieferungen versorgt werden. Es handle sich um den "ersten humanitären Konvoi überhaupt" seit dem Beginn der Belagerung durch die Regierungstruppen im November 2012, teilte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) am Donnerstag mit.

Der Hilfskonvoi werde zusammen vom Roten Kreuz, dem Roten Halbmond und der UNO organisiert. Fünf Lastwagen sollen Babynahrung, Medikamente und Unterrichtsmaterial in die Stadt bringen. Die Hilfslieferung seien das Ergebnis von "sehr langen und schwierigen Verhandlungen", sagte die Syrien-Beauftragte des IKRK, Marianne Gasser.

Das nahe der Hauptstadt Damaskus gelegene Daraya ist seit November 2012 von der Armee umstellt. Seit Beginn des Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren flohen fast 90 Prozent der einst 80.000 Einwohner aus Daraya. Die Stadt ist nahezu vollständig zerstört. Die verbliebenen Bewohner leben unter prekären Bedingungen und leiden unter Mangelernährung. Nach Angaben der Vereinten Nationen leben in Syrien derzeit rund 486.000 Menschen in von Regierungssoldaten oder Rebellen belagerten Städten und Dörfern.

Im nordsyrischen Aleppo sind unterdessen nach Ablauf einer lokalen Waffenruhe die Kämpfe zwischen Regimetruppen und Rebellen wieder aufgeflammt. Ab Mitternacht flogen Kampfjets der Regierung Angriffe auf verschiedene Bezirke in Rebellenhand, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mitteilte. Demnach beschossen im Gegenzug Aufständische Gebiete, die von Einheiten des syrischen Machthabers Bashar al-Assad kontrolliert werden.

Zuvor hatte das Regime die Waffenruhe für Aleppo nicht noch einmal verlängert. Die Feuerpause war Mitte vergangener Woche von den USA und dem engen Regime-Verbündeten Russland ausgehandelt worden, nachdem eine landesweit geltende Kampfpause immer brüchiger geworden war.

Aleppo gilt als das wichtigste Schlachtfeld in dem seit mehr als fünf Jahre andauernden Konflikt. Die Stadt wird teilweise von Einheiten Assads, teils von Rebellengruppen kontrolliert. Das Regime versucht, die letzte Nachschubroute der Aufständischen zu kappen und die Rebellen in Aleppo einzuschließen. In den Wochen vor Inkrafttreten der örtlichen Waffenruhe war die Gewalt eskaliert.

Rebellen haben unterdessen nach Informationen einer Menschenrechtsgruppe das von syrischen Regierungstruppen kontrollierte Alawiten-Dorf Al-Zara im Westen des Landes erobert. Die dort lebenden Zivilisten seien verschleppt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle. Das Dorf liegt etwa 35 Kilometer nördlich der Stadt Homs.

Zu den Angreifern gehörten auch Extremisten der Al-Nusra-Front, teilte die Beobachtungsgruppe mit. Syriens Präsident Assad gehört zu den Alawiten, die dem schiitischen Islam zugerechnet werden. Die Al-Nusra-Front kontrolliert bereits viele Ortschaften in Syrien, die mehrheitlich von Alawiten bewohnt werden.

Die Türkei bereitet unterdessen eine Militäraktion gegen den Islamischen Staat (IS) in Syrien vor. "Wir bereiten die Säuberung der anderen Seite der Grenze vor", sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag in einer Rede in Ankara. Als Begründung verwies er auf den fortgesetzten Raketenbeschuss der türkischen Grenzstadt Kilis durch die IS-Miliz. Durch die Angriffe wurden seit Jahresbeginn mehr als 20 Menschen in Kilis getötet. Die türkische Artillerie feuert von der Grenze aus immer wieder auf IS-Stellungen in Syrien, hat die Angriffe bisher aber nicht stoppen können.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 18.09.2021 um 08:46 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/erste-hilfslieferungen-fuer-syrische-stadt-daraya-seit-2012-52050013

Kommentare

Mehr zum Thema