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"Erzieherische Gewalt"

Franzosen dürfen ihre Kinder nicht mehr züchtigen

Das neue Gesetz sieht keine Strafen für gewalttätige Eltern vor
"Man erzieht nicht durch Furcht", hatte Gesundheitsministerin Agnes Buzyn zur Begründung gesagt.

In Frankreich ist die körperliche Züchtigung von Kindern durch ihre Eltern ab sofort verboten. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt trat am Donnerstag ein Gesetz in Kraft, das die sogenannte "erzieherische Gewalt" untersagt. Damit setzt Frankreich mit mehrjähriger Verspätung europäische Vorgaben um. Sanktionen gegen gewalttätige Eltern sieht der französische Gesetzentwurf aber weiter nicht vor.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch Frankreichs steht nun ein neuer Satz, der vom Standesbeamten bei Hochzeiten vorgelesen wird. Danach soll die "Autorität der Eltern ohne physische oder psychische Gewalt ausgeübt werden". Nach Angaben der Regierung sind damit künftig auch der Klaps auf den Po oder Ohrfeigen tabu.

"Man erzieht nicht durch Furcht"

"Man erzieht nicht durch Furcht", hatte Gesundheitsministerin Agnes Buzyn zur Begründung gesagt. Angestoßen hatten das neue Gesetz die mit Präsident Emmanuel Macron verbündeten Liberalen. Kritik kommt von Konservativen und Rechtspopulisten. Sie beklagen eine unzulässige "Einmischung" in das Familienleben.

Novelle nicht "nur symbolisch" 

Gesundheitsministerin Buzyn betonte, die Novelle sei dennoch nicht "nur symbolisch". Denn sie breche mit der auch bei Richtern weit verbreiteten Ansicht, dass es für Eltern ein "Recht auf eine Tracht Prügel" gebe.

Europarat ermahnt Frankreich

Der Europarat hatte Frankreich 2015 ermahnt, die Europäische Sozialcharta umzusetzen, die von den Mitgliedstaaten ein Verbot jeder Gewalt gegen Kinder verlangt. Ein erstes Gesetz wurde im Jänner 2017 wegen formaler Mängel vom Verfassungsrat gekippt.

(Quelle: Apa/Ag.)

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