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Nach Ethiopian-Absturz

Wie sicher ist die Boeing 737 Max?

Bei dem verheerenden Flugzeugabsturz in Äthiopien sind am Sonntag 157 Menschen ums Leben gekommen, darunter drei Ärzte aus Österreich. Es war bereits der zweite Absturz einer Boeing 737 Max innerhalb von fünf Monaten. Wie es um die Sicherheit dieses Flugzeug-Typus bestellt ist, ob es bei dem Absturz in Äthiopien Parallelen zum ersten Crash gab und ob die Boeing 737 Max den Flughafen Salzburg anfliegt – Luftfahrtsexperte Kurt Hofmann klärt im S24-Gespräch auf.

Kurz nach dem Start von Flug ET302 der Ethiopian Airlines, der von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba nach Nairobi gehen sollte, meldete der erfahrene Pilot Probleme und bat um Erlaubnis zur Rückkehr nach Addis Abeda. Dafür bekam er grünes Licht. Dann riss der Kontakt ab. Die Maschine stürzte ab, 157 Menschen starben.

Boeing 737 Max: Erster Absturz im Oktober

Es war bereits der zweiter Absturz des erst seit 2017 ausgelieferten Boeing-Modells 737 Max innerhalb von fünf Monaten. Am 29. Oktober 2018 war ein Jet kurz nach dem Start in Jakarta ins Meer gestürzt. „Es ist außergewöhnlich, dass zwei neue Flugzeugmodelle binnen so kurzer Zeit abstürzen“, betont Hofmann.

Bei dem Flugzeugabsturz in Äthiopien sollen auch drei Österreicher ums Leben gekommen sein.

Gepostet von SALZBURG24 am Sonntag, 10. März 2019

Ähnliche Probleme bei beiden Unfällen

Sowohl beim Absturz in Äthiopien, als auch nach dem Crash in Jakarta wird die Unglücksursache noch untersucht.„Bei beiden Unfällen scheint es ähnliche Probleme mit der Höhe und der Geschwindigkeit beim Steigflug gegeben zu haben“, berichtet der Experte. Nun gilt es die Daten des Unglücks von Äthiopien auszuwerten. „Ein Flugzeug zeichnet ständig Daten auf. Daher muss man den Flugschreiber finden und die Daten auswerten, damit die Ursache ermittelt werden kann“, erklärt Hofmann das Prozedere. Wie lange es dauern wird, bis ein Ergebnis vorliegt, kann der Experte aber nicht einschätzen. „Das kann Wochen, Monate oder noch länger dauern.“ Allerdings sei ein vorläufiger Bericht in näherer Zukunft zu erwarten.

Boeing 737 Max modernste Version

Die Boeing 737 ist eines der weltweit meistgebauten Verkehrsflugzeuge und wird seit 1967 produziert. Die 737 Max ist die modernste Version. „Ein Flugzeug wird ständig modifiziert und verbessert. Nach dem Absturz in Indonesien hat die 737 Max beispielsweise eine neue Software bekommen“, erklärt Hofmann, der die Tauglichkeit der Boeing 737 nicht infrage stellt. „Das ist ein gutes Flugzeug.“ Woran es bei der modernsten Version krankt, kann Hofmann nicht sagen. Insgesamt gibt es derzeit rund 330 Maschinen des Typs 737 Max, „5.000 weitere sind in Auftrag“, berichtet der Experte.

Boeing 737 Max Grafik APA

Kein allgemeines Flugverbot ausgesprochen

Erste Reaktionen auf den Absturz am Sonntag gab es bereits. So ordnete die chinesische Luftfahrtaufsicht CAAC an, dass heimische Fluggesellschaften vorerst keine Maschinen des Boeing-Typs 737 Max einsetzen dürfen. Auch Ethiopian Airlines erteilte allen baugleichen Maschinen ein Startverbot. „Das sind individuelle Entscheidungen. Solange man die Absturzursache nicht kennt, wird es kein global grounding (allgemeines Flugverbot, Anm.) geben“, erzählt Hofmann. Würde es zu diesem kommen, „wäre das allerdings das größte je ausgesprochene Flugverbot in der Luftfahrtsgeschichte“, so der Experte.

737 Max auch am Salzburg Airport

Davon betroffen wäre beinahe jeder österreichische Flughafen, wie Hofmann erklärt. „In Wien landet die 737 Max beispielsweise regelmäßig. Der Flughafen Salzburg wurde im Winter 2019 bislang 15 Mal von einer Boeing 737 Max angeflogen, wie Pressesprecher Alexander Klaus im S24-Gespräch erzählt. „Allerdings ist es aktuell kein Standard-Flugtyp, der in Salzburg landet. Es gibt diesbezüglich zum aktuellen Stand auch keine Anfragen.“ Jedoch würden die Fluggesellschaften selbst entscheiden, welche Flugzeugtypen sie für ihre Flüge einsetzen. Die Voraussetzungen für die Landung einer 737 Max sind in Salzburg gegeben.

(S24/APA)

(Quelle: SALZBURG24)

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