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EU-Bevölkerung schätzt Migranten-Anteil viel zu hoch ein

Große Unterschiede innerhalb der EU APA (dpa)
Große Unterschiede innerhalb der EU

Die EU-Bevölkerung schätzt den Anteil an Migranten mehr als doppelt so hoch ein wie die tatsächlichen Daten ausweisen. Laut Eurobarometer-Untersuchung aus 2017 gab es im EU-Durchschnitt 7,2 Prozent Migranten, die Bevölkerung glaubt aber, dass es 16,7 Prozent sind. Dabei gibt es deutliche Unterschiede in der Einschätzung zwischen den Staaten.

Nur in Estland glaubt die Bevölkerung, dass weniger Migranten als tatsächlich im Land sind (13,1 Prozent ist der Migranten-Anteil - die Esten glauben, dass es aber nur 12,0 Prozent sind).

Vor allem in den osteuropäischen Ländern besteht hier ein massives Missverhältnis. In Bulgarien gibt es lediglich 1,3 Prozent Migranten - die Bevölkerung glaubt, dass es 11,3 Prozent sind. Ähnlich in Polen (1,1 Prozent tatsächlich gegenüber 10,0 Prozent geschätzt), der Slowakei (0,6 Prozent tatsächlich gegenüber 8,3 Prozent geschätzt) und Rumänien (1,2 Prozent tatsächlich gegenüber 9,7 Prozent geschätzt).

Die Ungarn liegen ebenfalls weit auseinander (2,0 Prozent gegenüber 8,8 Prozent Schätzung). Die geringste Divergenz weisen die Niederländer (9,1 Prozent gegenüber 13,5 Prozent Schätzung) auf. In Österreich beträgt die Differenz fast das Doppelte (10,4 Prozent tatsächlich und 20,1 Prozent geschätzt).

Am höchsten liegt die von der Bevölkerung geschätzte Migrantenzahl in Italien (24,6 Prozent - real sind es 7,0 Prozent), vor Luxemburg (24,4 Prozent - real 11,0 Prozent) und Spanien (23,2 Prozent - real 8,8 Prozent).

Auch bei der Frage, ob die Menschen glauben, dass mehr illegale oder legale Migranten im Land sind, gibt es große Unterschiede. In Schweden sind 84 Prozent der Ansicht, dass mehr Migranten legal da sind, nur sieben Prozent antworteten mit illegal. In Bulgarien ist das Verhältnis umgekehrt - zwölf Prozent antworteten mit legal und 38 Prozent mit illegal. Hier weist Griechenland mit 58 Prozent die höchste Zahl von geschätzten illegalen Migranten auf, gegenüber 21 Prozent legal. Der EU-Durchschnitt liegt bei 39 Prozent legal zu 29 Prozent illegal. Österreicher glauben zu 42 Prozent an mehr legale Migranten im Land, 21 Prozent sehen illegale Migranten in der Mehrheit.

(APA)

Aufgerufen am 13.12.2018 um 07:34 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/eu-bevoelkerung-schaetzt-migranten-anteil-viel-zu-hoch-ein-60271120

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